Fest der Kunsthandwerker am Wohldorfer Mühlenteich 2009
Noch nie kamen an einem Sonntag so viele Besucher auf das Fest der Kunsthandwerker wie in diesem Jahr.
Frau van der Aar mit Spekulatiusmodel.
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Hübsche Dekorationen ohne Ende.
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"Omas Lollybar" von Karl-Ludwig Stedtfeld
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Der Marderspezialist war sehr gefragt.
Rückschau auf die 12. Veranstaltung
vom 12. und 13. September 2009
Mühlenredder 38
22397 Hamburg - Wohldorf
Das Fest der Kunsthandwerker zeigte sich von seiner schönsten Seite. Tausende Besucher zogen bei bestem Wetter über den Markt am Wohldorfer Mühlenteich, freuten sich über das vielfältige und kunsthandwerkliche Angebot der Aussteller und kauften sich etwas zum GUTTUN. Begeistert wurde mit den Kindern unter Anleitung von Dag Wixforth gesägt und gedrechselt. Und natürlich trafen sich auch die Fans von Scott Williams am Sonntagnachmittag vor der Mühlenrampe. Noch nie kamen an einem Sonntag so viele Besucher auf das Fest der Kunsthandwerker wie in diesem Jahr.
Über das Fest der Kunsthandwerker habe ich in den letzten Jahren schon sehr ausführlich berichtet. Die Hamburger Flächennutzungsgebühren sind zu hoch und werden außerdem noch wie ein Stadtfest veranlagt. Ich bezahle im ländlichen Wohldorf die gleichen Gebühren pro Tag wie auf dem Gerhart-Hauptmann-Platz an der Mönckebergstraße an die Behörde der Stadt Hamburg. Als Veranstalter muss man sich das Fest der Kunsthandwerker leisten können und wollen. Das musste im letzten Jahr auch ein Stormarner Veranstalter feststellen, der das Gelände absperrte, um Eintritt zu nehmen. Außer dem Ärger mit den anliegenden Restaurants, boykottierten ebenfalls die Besucher das Fest...... fast gähnende Leere. Ich gebe zu: Ich hatte auch schon darüber nachgedacht, hier 2,00 Euro Eintritt zu nehmen. Aber das Ergebnis meines Mitbewerbers hat mich schnell eines besseren belehrt. Bloß nicht DAS.
Einige Aussteller wollen natürlich nicht glauben, dass es Veranstalter gibt, die diese Kosten tragen und Arbeit auf sich nehmen, ohne für sich "etwas über" zu haben. Müssen sie auch nicht. Die Intelligenten haben längst erkannt, warum wir in Wohldorf/Ohlstedt genau zu diesem Zeitpunkt DIESEN Kunsthandwerkermarkt seit zwölf Jahren organisieren. Guido Schenke aus Kiel z.B. ist sich dessen bewusst. Auch einer seiner treusten Kunden wie der Reinbeker Bürgermeister lässt in keinem Jahr den Wohldorfer Kunsthandwerkermarkt aus. Das Fest der Kunsthandwerker in Wohldorf geht im Vorfeld charmant Hand in Hand mit seinem großen Bruder, dem Trittauer Kunsthandwerkermarkt in diesem Jahr am 3. und 4. Oktober.
Begeisterung beim Drechseln mit Dag Wixforth"
Viele Aussteller kommen seitdem schon viele Jahre nach Wohldorf/Ohlstedt - einige bereits seit Veranstaltungsbeginn 1997. Mich begeistert nicht nur das idyllische Veranstaltungsgelände. Es sind auch die kultivierten, höflichen Besucher aus hohen Einkommensschichten, die diesen Markt zu einem besonderen und angenehmen Erlebnis werden lassen. In diesem Jahr kamen auffallend viele junge Familien mit Kindern, vielleicht wegen des Drechselns für Kinder mit Dag Wixforth. Schon der Sonnabend war so gut besucht wie in den Jahren zuvor der Sonntag. Bereits am Sonnabendmittag hatten die Kunsthandwerker eines in der Nähe im Kreis Stormarn parallel laufenden Marktes einen "Späher" nach Wohldorf geschickt, der hier erkunden sollte, ob in Wohldorf "etwas los sei" oder wie dort zu dem Zeitpunkt eben noch nicht. Hallo, in welchem Film spielen die Kunsthandwerker eigentlich? In der Vorabendserie im ersten Programm: "Einer für alle oder einer gegen alle?" Der diesjährige Sonntag übertraf dann alle Erwartungen, die wir je in Wohldorf/Ohlstedt hatten.
Wer mir nicht glauben möchte, sollte Karl-Ludwig Stedtfeld mit seinen feinen Süßigkeiten befragen, der am Ende des Sonntags ausrief: "Triumphaler Sonntag". Gut verkauft haben in Wohldorf an diesem Wochenende auch wieder die Schmuckanbieter. Sie waren in diesem Jahr wesentlich weniger vertreten als im letzten. Kunden von vorangehenden Märkten reisten ebenfalls Traudi V. aus Belgien nach, um die zweite Jacke zu kaufen. Traudi war von den Umsätzen auf unseren Märkten im Norden total überrascht und musste nach dem Fest der Kunsthandwerker nach Belgien zurück fahren, um neue Ware für den Trittauer Kunsthandwerkermarkt zu nähen. Ihre Herbstjacken trafen genau den Nerv der norddeutschen Damenwelt. Selbst auf dem kleinen Markt in Ratzeburg verkaufte sie eine Jacke nach der anderen. So kann es einem Aussteller gehen, wenn er das anbietet, was der Kunde begehrt. Thomas Dieker freute sich ebenfalls über viele bekannte Kunden und den großen Zuspruch seiner edlen Schreigeräte. Brigitte Tschoepe mit ihren lustigen Filzhüten, Wienke Thomsen mit Herbstdekorationen, Martina Tewes mit Glasperlen, Guido Schenke mit Comic-Keramiken, Nanette Mende mit kreativen Filzaccessoires und viele andere waren hoch zufrieden mit ihren Umsätzen in Wohldorf/Ohlstedt an diesem Wochenende.
Einen Stand hatte ich jedoch in höchstem Eigeninteresse ausschließlich für die Wohldorfer Villenbesitzer engagiert. Matthias Schmidt aus Großhansdorf beriet sie in Sachen Marder. Den aussichtslosen Kampf mit einem Marder führt der Mann an meiner Seite seit ein paar Jahren ergebnislos und ebenfalls viele Hausbesitzer in Wohldorf mit ihm. Wer den Marder nicht vom Dachboden bekommt, riskiert, dass der Marder die Elektrokabel durchnagt und das gesamte Haus in Flammen aufgehen kann. Das ist in mehreren Fällen in einem unserer Nachbardörfer bereits passiert. Matthias Schmidt musste sich für den Sonntag Verstärkung holen. Sein Stand war von Menschentrauben von morgens bis abends umlagert. Was hat Matthias Schmidt mit Kunsthandwerk zu tun? Gar nichts! Und doch damit, dass die Besucher begeistert waren. Hätten sie das nur vorher gewusst..... im nächsten Jahr werde ich an Werbung für Matthias Schmidt denken.
So ging ein gelungenes Marktwochenende zu Ende. Wäre doch zu schön, wenn es nicht immer noch etwas gäbe, was Probleme bereiten könnte. Der Mühlenbesitzer Ströh hat die alte unter Denkmalschutz stehende Mühle verkauft. Demnächst werden dort Wohnungen eingebaut. Die Stände vor der Mühle werden sich auf jeden Fall im nächsten Jahr woanders platzieren müssen. Scott Williams hatte in diesem Jahr das letzte Mal auf der Mühlenrampe gesungen.
Unser Kreis Stormarn wird seit ein paar Jahren mit Veranstaltungen überstrapaziert. Es wird Woche um Woche in der gleichen Presse für den gleichen Kundenkreis geworben ( Lübecker Nachrichten, Markt, Stormarner Tageblatt, Beilage Ahrensburger Zeitung.) Der Kreis Stormarn - bevorzugt Trittau - hängt voller genehmigter - oder wild geklebter Plakate zum Teil mit Veranstaltungen in Glinde, Aumühle, Basthorst, Ahrensburg, Bargfeld-Stegen, Bad Oldesloe, Hamburg-Bergedorf, Lübeck, Lüneburg und anderswo weit entfernter Orte. Wenn man hier wohnt und durch die Lande fährt, beachtet man Plakate nicht mehr oder denkt bestenfalls ...... gähn.... gähn. Gleiche Veranstaltungen (siehe unsere Jahrmärkte) führen auf der Besucherseite zu Gleichgültigkeit und Desinteresse.
Veranstalter schauen, wie es die anderen machen und orientieren sich vorrangig daran. Marktbeobachtungen verleiten zur Nachahmung und zur Kopie. Doch eine Kopie wird im Wettbewerb um die Besucher niemals ganz oben auf dem Siegertreppchen stehen wie eine große Lifestyle Messe letzte Woche in Ahrensburg erfahren musste. Konsumforscher warnen inzwischen vor der "toten Mitte". Noch kein Stormarner Veranstalter hat es selbst in zehn Jahren geschafft nur annähernd so viele Besucher heranzuziehen wie ich mit den Trittauer Mühlenmärkten. Wenn dann noch Eintritt genommen wird, sehen das viele Menschen im VeranstaltungsZUVIEL im Kreis Stormarn nicht mehr ein. Es geht nicht um den Eintritt an sich, sondern um den Unmut: "Wofür hier noch Eintritt, ich bin doch nicht blöd?" und wartet auf den Kunsthandwerkermarkt zum Erntedank in Trittau. Die nie endende Frage heißt bei den Besuchern - egal auf welchen Märkten die Aussteller sich auch gerade befinden: "Sind Sie auch in Trittau?"
Deshalb reicht die Stormarner Presse schon lange nicht mehr aus. Neben der Stormarner Presse wurde das "Fest der Kunsthandwerker" zusätzlich in vielen Hamburger Magazinen wie z.B. Stadtmagazin24, im Veranstaltungskalender "Aus der Region - Für die Region - Regionale Wirtschaftskreisläufe stärken" in Schleswig Holstein, im Hamburger Monatsmagazin "natürlich bewusst handeln - nachhaltig leben HAMBURG“ und im Alsterradio zu besten Sendezeiten beworben. Besonders für den Kunsthandwerkermarkt in Trittau habe ich nicht nur von Lübeck über Hamburg bis Niedersachsen Werbung geschaltet, sondern in einigen Tages- und Wochenzeitungen bundesweit geworben, damit auch neue Besucher kommen, die unseren Markt noch gar nicht kennen. Ist doch eigentlich ganz logisch, oder? Selbst wenn ich die Stormarner Presse auslassen und kein Plakat stellen würde, kämen noch tausende Besucher aus Hamburg und woanders her.
Traditionsmärkte haben natürlich eine wesentlich höhere Kaufkraft als Touristenmärkte an der Nord- und Ostsee, wo die Menschen mehr oder weniger zufällig vorbeikommen. Eine Kunsthandwerkerin - selber Besitzerin eines Campingwagens - kommentierte die Antwort eines Campers auf einem Kunsthandwerkermarkt an der Ostsee mit: "Was soll ich mit Kunsthandwerk, staubt doch bloß ein?" Traditionsmärkte dagegen haben eine lange Geschichte und konnten sich über viele Jahre entwickeln. Heute haben weder Veranstalter noch Aussteller diese Geduld und den langen Atem, weil es zu viele Alternativen gibt. Das war selbst 1997 noch ganz anders. Wir Menschen lieben das Mittelmaß: Das zu tun, was "alle" tun, kann schließlich nicht falsch sein. Es ist einfacher, der Masse zu folgen und für das eigene Handeln ein so wunderbares Alibi zu haben. Das Problem: Wer das tut, was alle tun, wird auch nur das bekommen, was alle bekommen. Heute gilt: „The winner takes it all“. Viele Kunsthandwerker und ihre Veranstalter bieten guten Durchschnitt und daher unterm Strich nicht mehr als Mittelmaß. Gleichheit im Angebot führt auf Kundenseite zu Gleichgültigkeit.
Mittelmaß gewinnt nie. Es hat nie gewonnen, und es wird nie gewinnen. Denn Erfolg entsteht eben nicht durch Mitlaufen, sondern vor allem durch Vormarschieren. Wer auf die goldene Mitte setzt, läuft mehr und mehr Gefahr, im Mittelmaß zu versinken. Solange Kunsthandwerker, Händler und Veranstalter nur das bieten, was alle bieten, bekommen sie eben auch nur das, was alle bekommen: durchschnittliche Erlöse, durchschnittliche Anerkennung, durchschnittliche Aufmerksamkeit. Dort, wo alle sind, ist wenig zu holen. Jeder sucht die goldene Mitte, und wer sie gefunden hat, wird feststellen, dass sich dort viel zu viele tummeln. Erfolg hat Ähnlichkeit mit Lotto spielen. Wer mitspielt, hat die Chancen auf einen echten Expertenstatus Gewinn minimal. Wer nicht mitspielt, verliert zu 100 Prozent. Die Ansammlung der ewig Zweiten ist zugleich die immerwährende Suche nach dem ersten Platz oder nach Mitleid, manchmal auch zu aggressiven Ausbrüchen. Die Erfolgschancen liegen jenseits vom Mittelmaß, sie warten nur darauf, entdeckt zu werden. Dafür bedarf es Fantasie, Mut und Risikofreudigkeit. Ein Markführer muss lernen, die Innovation zur Routine zu machen. Unsere Devise muss lauten: Differenzieren oder verlieren! Die Zukunft gehört Kunsthandwerkern und Händlern, die ihren Kunden etwas Besonderes bieten, sei es Exklusivität, Servicequalität oder Ideenreichtum. Der Kunde von heute verhält sich auf unseren Märkten nicht einschätzbar wie wir gerade in Ratzeburg positiv festgestellt haben und lässt sich nicht wie vor zwanzig Jahren in eine Schublade pressen. Er kauft heute bei Aldi und gönnt sich morgen das exklusive Ambiente. Was wir brauchen, sind ein paar verrückte Leute. Wohin uns die Normalen gebracht haben, ist nicht zu übersehen.
Ich bin immer wieder erstaunt, wie kritiklos viele Kunsthandwerker von Markt zu Markt hetzen, jammern, klagen, funktionierende Märkte schlecht reden, ohne sich selber und das was sie anbieten in Frage zu stellen und glauben wenige Tage vor Veranstaltungsbeginn aufgestellte Plakate könnten die Besucher in Scharen auf ihre Veranstaltungen aufs Land locken und in Kaufrausch versetzen. Kunsthandwerkermärkte müssen schon ein wenig MEHR zu bieten haben. Sonst tummeln sich die Besucher woanders oder kommen gezielt auf die großen Traditionsmärkte wie die vielen Aussteller aus dem ganzen Land mit ihnen. "Die hat gut reden", werden jetzt einige von Ihnen denken. Überzeugen Sie sich am 3. und 4. Oktober in Trittau selber - rechtzeitiges Kommen garantiert die besten Käufe. Werfen Sie auch einmal einen Blick auf die Kennzeichen der Autos. Alles außer OD....(Bad Oldesloe), kommt von außerhalb des Kreises Stormarn und muss schließlich vorher von der Veranstaltung gewusst haben.
Ihre
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