Trittau (mp).
Traumversunken und sehr einfühlsam spielt Kai Dorenkamp sein Akkordeon.
Man nehme eine Mandoline, ein Cajon, Kontrabass und Akkordeon sowie zwei Gitarren und füge eine Sängerin und Percussionistin hinzu und verbinde alles mit grenzenloser Liebe zur Musik. In dieser Reihenfolge der Instrumente reihten sich die Musiker nacheinander zum Gitarristen und Blues-Harpspieler Claus Diercks, der zunächst allein neben sieben leeren Stühlen Platz nahm und seinen Solobeitrag leistete. Vollständig besetzt und mit dem Klangpanorama dieser achtköpfigen Kultband war es Yellow Moon, die schon mehrfach in der Wassermühle zu Gast war. Diesmal machten sie den Besuchern eine Broschüre zum Geschenk, in der sie sich mit ihren Biographien und kleiner Instrumentenkunde vorstellen.
Wie sich der unverwechselbare Yellow-Moon-Sound langsam zum Ganzen verdichtete, war durch das nacheinander Vorstellen der Instrumente mit jeweils solistischer Begrüßung deutlich hörbar und das Publikum musste in der dicht gefüllten Wassermühle nicht lange gebeten werden, dem spürbar pulsierenden Rhythmus der Musik zu folgen. Die Resonanz der Holzdielen tat ihr übriges, um den Sound in Füßen und Fingern mitschwingen zu lassen und auch die gute Laune brauchte nicht lange, um sich auf die Hörer zu übertragen.
Die Kompositionen von Yellow Moon mit vielen Einflüssen unterschiedlicher Musikrichtungen sind anspruchsvoll und gehen trotzdem ins Ohr: Blues, Swing und Folk verbinden sich bei dieser Musik aus den Südstaaten der USA, vor allem ist es die vielseitige Mischung der Musikrichtungen, überwiegend von den Musikern mit Improvisationen neu aufbereitet, die eine reizvolle Herausforderung darstellt und die Besucher immer wieder neu fasziniert. Viele Titel haben die Musiker selbst geschrieben, sie improvisieren innerhalb ihrer Gruppe und schöpfen nicht nur aus dem unergründlichen Pool großer Vorbilder. Sie haben längst ihre eigene Stilrichtung gefunden und lassen im persönlichen und harmonischen Zusammenspiel selbst aus gecoverten Stücken etwas Eigenes entstehen. Die Musik reißt in ihrer Lebendigkeit mit und der musikalische Ausdruck von ungebremster Lebensfreude verlangt nach rhythmischer Bewegung.
Sängerin und Percussionistin Barbara Grischek und Sören Böhme am Kontrabass
„Wir mögen hier immer sehr gerne spielen“, lobte Claus Diercks diese einzigartige Umgebung mit der intimen Nähe zwischen Musikern und Besuchern, die jeder genießt und eine besondere Atmosphäre schafft.
„Unser Programm ist eigentlich gar kein Programm“, fügte er hinzu, „Yellow Moon macht die Musik, die wir selbst gern auf Konzerten hören“, und kündigte dabei einen Teil des Abends an: „Er steht auch unter dem Motto Balladen.“ Mit technischer Souveränität und spielerischer Leichtigkeit verblüfften die Musiker und wechselten sprunghaft in temperamentvolle, heißblütige Akkorde mit virtuosen Saitenläufen, Das Publikum war begeistert und forderte mit heftigem Applaus noch einige Zugaben heraus.
Erschienen im MARKT 15. Woche 2010