Trittau (mp).
Der Mühlenmarkt bot an vielen Wegen und Plätzen attraktive Anziehungspunkte.
Der Trittauer Mühlenmarkt steht seit vielen Jahren in der Tradition mit dem Frühjahrsmarkt, der über beide Pfingsttage mit vielen Tausend Besuchern den Ort belebt. Trotz allem aber verteilten sich die Besucher auf den vielen Plätzen und Wegen so vorteilhaft, dass es nicht zum Drängeln kam und das Flanieren Freude für einen angenehmen Aufenthalt bot.
Andrea Oellerich und Michael Lye begeisterten sich für diese magische Spirale, die sie auf dem Mühlenmarkt entdeckten.
"Wir sind zum ersten Mal hier", sagten die Hamburger Andrea Oellerich und Michael Lye und zeigten sich restlos beeindruckt von dem schönen Markt mit der Umgebung. "Unsere Tochter war gestern hier und hat uns den Besuch empfohlen", sagten sie und lobten, "dass es hier keinen Massenverkauf gibt, schöne Aussteller zu bieten hat, darunter auch sehr besondere Kunsthandwerker". Mit verlockendem Angebot hatten sie schon ein Rosenspalier und eine große magischen Spirale gekauft. "Wir werden auch zum Herbstmarkt hierher kommen", ist ihnen jetzt schon sicher, als sie vom nächsten Termin rund um die Wassermühle erfuhren.
Georg Schroeter, Marc Breitfelder und Abi Wallenstein (von links) heizten den Besuchern mit ihren mitreißenden Rhythmen ein.
Die mehr als 140 in schöner Vielfalt ausgesuchten Stände zogen sich von der Poststraße aus über die Aldi-Parkfläche in Richtung Wassermühle und teilten sich an den idyllisch, mit Wasserläufen gelegenen Wegen zwischen Mühlenteich und Atelierhaus bis hin zur Napoleonbrücke, und natürlich in den Räumen der Wassermühle und dem romantisch gelegenen Apfelgarten. Das ansprechend kulinarische Angebot, darunter eine große Auswahl an selbstgebackenem Kuchen, Erdbeerbowle oder Spezialitäten aus der mittelalterlichen Bäckerei ließ den Aufenthalt zusätzlich zum Erlebnis werden. Dass auf den Märkten von Elke Baum auch immer ein musikalisches Highlight auf dem Programm steht, hat sich längst herumgesprochen: Abi Wallenstein, Georg Schroeter und Marc Breitfelder heizten den Besuchern zu den sommerlichen Temperaturen zusätzlich ein und boten ein mehr als dreistündiges hochklassiges Live-Konzert. Etwas ganz Besonderes wurde Kindern und Jugendlichen diesmal geboten: Sie konnten sich in einem großzügig angelegten Bereich sehr kreativ einbringen und durften nach mittelalterlicher Methode mit dem Antrieb eines Fußpedals nach Herzenslust drechseln und die schönsten Ornamente in das Holz zaubern.
Pfingstmontag war wieder der bundesweit einheitliche Tag der offenen Mühlen. Auch wenn die Räume der Trittauer Wassermühle als Kulturzentrum den Besuchern während des ganzen Jahres zugänglich und bestens bekannt sind, wurde eine Besichtigung mit zwei Führungen mit großem Interesse verfolgt. Jeweils etwa 50 Besucher ließen sich von dem Amtsarchivar Oliver Mesch in sehr detaillierter Ausführung das historische Gebäude mit der Arbeitsweise vom Korn zum Mehl in der Wassermühle erklären, "sie ist auch das Trittauer Wappensymbol", so sein Hinweis. In den unteren Räumen war die kürzlich wieder in Betrieb genommene Stromgewinnungsanlage zu sehen, im Obergeschoss erklärte Mesch an einer Zeichnung die Technik, wie in der Wassermühle gearbeitet und die Körner gemahlen wurden. Als Modell hatte er einen Rüttelschuh aufgestellt, an dem er auch zeigen konnte, wie ein Steinkran funktionierte. "Die Mühle war damals ein hochmodernes Gebäude", sagte er zu den einzelnen Arbeitsabläufen bis zur Herstellung des Mehls.
Erschienen im MARKT 20. Woche 2008