Kunsthandwerk trifft Schmuck in Travemünde 2011
Maritimes Stelldichein - zum Greifen nah.
Von der Insel Pöhl nach Travemünde - Andreas Majchrzak mit Designer- Ledertaschen aus eigener Werkstatt.
Kleiner Garten von Ingrid Zander am Meer.
Am Stand vom süßen Regenbogen Karsten Ebert.
Alle Fotos Copyright © Elke Baum 2011
Ungenehmigte Verwendung ist untersagt.
Rückschau auf die Veranstaltung
vom 8. - 10. Juli 2011
an der Priwallfähre
23570 Lübeck-Travemünde/Ostsee
Das etwas verträumte Travemünde mit seinen historischen Altstadtgassen und der epochalen Fassadenfront entlang der Trave hat in den vergangenen Jahren eine dynamische und gepflegte Entwicklung erlebt: Vom Luxus-Hotel bis zum Feriendorf für Familien ist das Angebot für Urlauber in den Jahren attraktiver geworden. Über das gesamte Jahr gut besucht wirkt Travemünde auf mich mit seinem Stammpublikum jedoch immer etwas antiquiert. Doch in der Ferienzeit ändert sich das Bild durch die vielen jüngeren Touristen mit Kindern aus dem ganzen Land. Der maritime Fährplatz direkt am Hafen und an der Flaniermeile mit seinen vielen unterschiedlichen kleinen Cafes und Boutiquen bildet eine schnuckelige Marktkulisse für unseren Markt unter dem Motto "Kunsthandwerk trifft Schmuck".
Das "Traumschiff" unmittelbar am Ende unserer Marktfläche
Schon beim Aufbau am Donnerstag freuten wir uns alle über das ideale Sommerwetter mit einer leichten Brise vom Meer - ideal für die Urlauber zu Ferienbeginn in Travemünde an der Ostsee.
Unsere gute Laune verstärkte dann zusätzlich die Nachricht, dass genau am Ende unserer Marktfläche am Ostpreußenkai am Sonnabend um 5.00 Uhr das 175 Meter lange und 23 Meter breite Kreuzfahrtschiff MS "Deutschland" anlegen sollte. 520 Passagiere werden auf der "MS Deutschland" von einer 180 Personen starken Crew betreut. Seit vielen Jahren schippert das Traumschiff alias "MS Deutschland" über die Mattscheibe unserer Fernsehgeräte. Heide Keller als Chefhostess Beatrice, der Fehmaraner Nick Wilder als Schiffsarzt Dr. Wolf Sander und Siegfried Rauch in der Rolle des Kapitäns Jakob Paulsen haben sich in die Herzen der Fernsehzuschauer mit Fernweh gespielt.
Wenn auch die Passagiere in Bussen zu ihren Landprogrammen gefahren wurden, kamen doch viele Besucher, die den Luxusliner sehen wollten über unseren Markt geschlendert.

Perlenschmuck von Marina Schacht
Drei sonnige Veranstaltungstage belohnten so manchen Aussteller mit unerwartet guten Umsätzen. Marina Schacht aus Boitze hatte lange nicht mehr ein so umsatzstarkes Marktwochenende erlebt und strahlte. Nachdem ihr Kollegen erzählt hatten: "In Travemünde verkauft man nichts", war ihre Freude besonders groß. Aber man kann natürlich auch nicht dieses Wochenende mit dem des letzten Jahres vergleichen. Im letzten Jahr war es das heißeste Wochenende des Jahres. Als wäre das noch nicht schlimm genug gewesen, fand auch noch die Fußballweltmeisterschaft statt. Von sehr gut bis durchschnittlich wurde der Markt in diesem Jahr von den Ausstellern zensiert.
Richtig enttäuscht war aber unser Brotbäcker Klaus Lindemeier aus Kankelau. Die nahe liegende Stadtbäckerei an der Flaniermeile war wohl seine stärkste Konkurrentin. Auch unser Gewürzhändler Wolff wird nicht mehr nach Travemünde kommen. Wer nun aber glaubt, auf kleinen Märkten die Umsätze von den Trittauer Mühlenmärkten erwirtschaften zu können, wird die Erfahrung machen, dass in Trittau 150 Aussteller weit mehr Umsatz erwirtschaften als fünfundzwanzig auf kleinen Touristenmärkte an der Nord- und Ostsee. Aber die Trittauer Mühlenmärkte finden nun einmal nicht jede Woche statt. Ich weiß: schade, schade, schade, aber dann wären sie auch nicht mehr DAS, was sie heute noch sind.

Macedo's Fischspezialitäten und Flammlachs
Alle Aussteller und Veranstalter haben die gleichen Voraussetzungen und Möglichkeiten. Sie alle kämpfen mit den gleichen Marktschwierigkeiten. Es ist nicht der Wind, der ihnen den Erfolg bringt, sondern das Segel, das sie setzen. Die Chancen sind für alle gleich. Die Frage ist nur, was der Einzelne daraus macht.
Dieses endlose sich selbst Bemitleiden und Negativdenken unter einigen Ausstellern muss doch endlich einmal ein Ende haben! Schon Jeremias Gotthelf sagte: "Wer Freude am Klagen hat, wird auch immer etwas zum Klagen finden". Die Verantwortung liegt nicht bei den anderen - auch nicht beim Veranstalter - sondern bei jedem Einzelnen selber. Es ist besser, eine falsche Entscheidung zu treffen als überhaupt keine. Es gibt keine objektive Marktrealität - nur eine gefühlte. Die Entscheidung fängt immer bei einem selber an. Um etwas zu verändern, muss schon jeder aus seiner Komfortzone herauskommen. Wer macht, was er immer macht, bekommt auch nur das, was er immer bekommen hat. Er kann keine Wunder erwarten, selbst nicht bei idealem Marktwetter. Wer kontinuierlich das gleiche Produkt auf dem gleichen Markt Jahr für Jahr anbietet, wird schneller als er denkt magere Umsätze erzielen. Es ist die Aufgabe des Ausstellers, seine Kunden von seiner Vision und von der Qualität seiner Ware zu überzeugen. Kein Aussteller kann heute erwarten, dass die Besucher auf ihn zukommen, sondern handeln muss schon ER, der Aussteller. Sein Angebot muss sich von dem der anderen unterscheiden. Es ist absurd, die Kunden in gute und schlechte einzuteilen. Sie sind entweder amüsant oder langweilig, großzügig oder haben Stacheldraht in den Taschen. Kunden sind einfach so!!!! Doch nun bleiben Sie bitte als Verkäufer nicht auch noch langweilig. Denken Sie daran, dass viele Ihrer Kunden oft einen qualifizierten Beruf für 1.000 € - 1.200 € im Monat netto 40 Stunden in der Woche ausüben müssen und ihm jede kleine Pause vom Gehalt abgezogen wird. Vielleicht lernen Sie ihn dann besser zu verstehen und stellen Ihre Erwartungen nicht zu hoch. Heute wollen viele Aussteller alles so schnell wie möglich, und dann am besten auch noch ohne Anstrengung unter einem billigen Baumarktzelt. Am liebsten würden sie eine Wunderpille schlucken, die alles für sie erledigt. Sie alleine bestimmen aber Ihre Zukunft auf den Märkten. Die anderen sind nicht diejenigen die in Ihrer Haut stecken. Deshalb sollten Sie nicht zu sehr auf Ihre Kollegen hören, sondern Ihren eigenen Weg gehen. Es ist IHR Leben und es sind IHRE Regeln. Ich kenne niemanden, der durch Zufall erfolgreich bleibt. Erfolg ist ein Weg, den man gehen muss. Aber der Weg ist total spannend, und mancher Schlenker führt einen direkt ins Abenteuer. Schon Johann Wolfgang von Goethe wusste: "Das Außergewöhnliche geschieht nicht auf glattem, gewöhnlichen Wege." Wenn nicht WIR auf unseren Märkten, wer dann hat so viel Freiraum frei zu entscheiden, zu gestalten, zu probieren, zu erfahren, Ideen zu sammeln und sich auszutauschen, sich mitten im Leben ideenreich zu tummeln und damit auch noch Geld zu verdienen - und manchmal natürlich auch nicht. Ständig wabern Geschichten von den goldenen Zeiten vor zwanzig Jahren über unsere Märkte und erzählen von dem Geld, das in Plastiksäckchen nach Hause getragen wurde und man es anschließend sinnlos verprassen und es sich gut gehen lassen konnte. Ein gepflegtes Frühstück im Cafe mit Blick auf den Hafen vor Marktbeginn liegt doch heute auch noch drin.

Der Markt ist eröffnet
Nun gehöre ich zu den ältesten Veranstalterinnen Deutschlands und habe seit 1980 schon viele Märkte an den unterschiedlichsten Orten in Deutschland organisiert. Die Klagestimmen waren nie verstummt - auch vor zwanzig Jahren nicht - und öffneten sich wie bösartige Geschwüre auf fast jedem Markt. Dabei kann sich jeder Aussteller jede Woche für einen anderen Veranstalter und einen neuen Veranstaltungsort entscheiden. Irgendwann muss doch einmal dieses sinnlose Selbstmitleid und Negativdenken unter einigen Ausstellern verstummen. Märkte sind nicht nur gut, und Märkte sind auch nicht nur schlecht. Es verkauft sich manchmal bei schlechtem Wetter besser als bei Sonnenschein. Der letzte Standplatz ist manchmal der beste und der beste stellt sich als Flop heraus. Das Marktleben ist kein Garant für ein gutes Leben. Es ist aber eine attraktive Alternative oder ein zusätzliches zu einer anderen langweiligeren kleinbürgerlichen Welt. "Diese Wahrheit will keiner hören", sagte ein Aussteller in Travemünde. Aber ich bin die unqualifizierten Klagelieder leid. Ich will sie nicht mehr hören. Sie entbehren jeder Grundlage und die Personen disqualifizieren sich selber.
Worum geht es inhaltlich eigentlich? Wen oder was wollen sie für ihr Marktleben verantwortlich machen? Ihre Veranstalter, ihre Marktkollegen? Jammern und Klagen ist ein schlechter Ratgeber für Märkte. Besonders wenn der Aussteller dann noch seinen Kunden vorjammert, dass er den Preis X oder Y nehmen muss, weil der Veranstalter so viel Standgeld kassiert und dem Kunden damit ein schlechtes Gewissen macht. Muss nicht jedes Ladengeschäft ebenfalls Miete zahlen, ob ein Kunde kommt oder auch nicht?
Ich möchte hier niemanden niedermachen. Doch mit Jammern und Klagen lässt sich kein Geld verdienen. Ein Jammerer muss sich etwas anderes einfallen lassen. Märkte heißt Leben, und wer nicht lebt ist tot. Leben heißt ständiger Wandel. Wandel kann man nicht beklagen, den muss man begrüßen und ihn für sich nutzen wie das Internet. Den Märkten darf man nicht hinterher rennen, ebenso wenig wie den Ausstellern und Veranstaltern. Man muss ihnen positiv entgegen gehen. Ich bin seit 1980 IHRE Veranstalterin und kenne viele Erfolgsgeschichten von Ausstellern die über viele Jahre auch heute noch gutes Geld verdienen und ihr Geschäft ständig dem Wandel der Zeit anpassen.
Deshalb nun zurück zu unserem Kunsthandwerkermarkt nach Lübeck- Travemünde.
Am Sonntag kamen noch zusätzlich viele Tagesgäste aus Hamburg und Lübeck. Aufgrund des guten Wetters, der günstigen Lage des Marktplatzes und Ferienbeginn war der Markt drei Tage lang sehr gut besucht, das Lübeck und Travemünde Marketing und deren Vertreterin Eva-Maria Schulze mit der Qualität unseres Marktes und die meisten Aussteller sehr zufrieden.
Auch auf dem CREATIVLust Markt in Damp/Ostsee waren die Aussteller an diesem Wochenende mit den Besucherzahlen und Umsätzen sehr zufrieden. Ihre Klagen waren vielleicht bis Travemünde im Wind verstummt.
Ihre
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