Kunsthandwerk im Rosengarten im Ostseebad Laboe 2011
Familien-Ostseebad Laboe
Foto Copyright © Elke Baum 2011
Rückschau auf die Veranstaltung
vom 29. - 31. Juli 2011
24235 Laboe/Ostsee
Zwischen dem Meer mit feinem Sandstrand, Strandkörben und Badevergnügen - seitlich dem kleinen Yachthafen - und der Promenade mit Cafes und Restaurants eingebettet - liegt der kleine Rosengarten als einer der attraktiven Veranstaltungsflächen unserer kunsthandwerklichen Touristenmärkte an der Ostsee. Viele Aussteller aus Nordrhein-Westfalen verbanden diesen Markt mit Urlaubstagen an der See. Wie eine Gastgeberin hatte ich den Wunsch, ihnen den Norden als Urlaubsparadies zu präsentieren - frei nach dem Motto: Nordrhein-Westfalen zu Gast in Laboe an der Ostsee.
Fröhlich gelaunt standen sie denn auch mit ihren großen Wohnmobilen auf der von Rosen umrandeten Rasenfläche als ich am Donnerstagmorgen zum Aufbau in Laboe eintraf. Einige erzählten von ihrem letzten schlimmen verregneten Wochenende, wo sie große Verluste hinnehmen mussten. Mir saß das vorherige Marktwochenende ebenfalls noch in den Knochen. Eine Wiederholung hätte selbst mich mutlos gemacht. Doch nun schien die Sonne sommerlich warm, und nur die großen Wohnmobile versperrten sich gegenseitig den Weg zum zügigen Aufbau.
Noch nie besuchten uns so viele Touristen in Laboe
Noch nie besuchten uns so viele Touristen an einem Freitag auf unserem Markt in Laboe wie in diesem Jahr. Von ihnen wurden immer wieder unser kostenloses Drechselprogramm für die Kinder und Erwachsene, das attraktive Angebot der Aussteller und auch der stimmig aufgebaute Markt gelobt. Auch Veranstaltungsleiter Volker Arp aus Laboe war wieder hoch zufrieden mit dem Kunsthandwerkermarkt. Der Sonnabend startete wieder mit schönstem Sommerwetter. Bis um 21.00 Uhr abends schlenderten noch die Touristen über unseren Markt.
Die beliebten Fördedampfer pendelten wieder ab der Kieler Bahnhofsbrücke über die Anlegestellen Seegarten, Reventlow, Bellevue, Mönkeberg, Möltenort, Friedrichsort nach Laboe und brachten uns in kurzen Abständen fröhliche Tagesgäste. Mit ihnen wurde hier die neue kleine Zapfanlage für ein kühles Bier an dem Grillstand von "Grill-Prinz" eingeweiht.
Am Sonntag zog der Tag der Seenotretter noch einmal zusätzlich tausende Besucher in den Laboer Hafen. Die Vorführung der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger) mit dem Seenotkreuzer BERLIN, dem Tochterboot STEPPKE sowie dem Seenotrettungsboot BOTTSAND auf dem Meer, Bergung von Personen im Überlebensanzug aus dem Wasser und vom Rettungsfloß beeindruckte Touristen und Tagesgäste. Bei den Bergungsvorführungen mit dem Seenotkreuzer BERLIN und dem SAR Hubschrauber der Marine staunten die Besucher und Kunsthandwerker als der Hubschrauber Personen vom Seenotkreuzer auf der Ostsee in den Hubschrauber rettete und sie wieder in den Seenotkreuzer herabließ. Auch die Feuerlöschdemonstrationen am Hafen begeisterten die Besucher. Es war insgesamt eine lehrreiche und wertvolle Demonstration der Menschen unter uns, die unter gefährlichem Einsatz ihres eigenen Lebens das Leben anderer retten.
Unsere Veranstaltungstage mit bestem Marktwetter und Unterhaltungswert waren nicht mehr zu toppen. Viele Aussteller waren mit ihren Umsatzergebnissen sehr zufrieden. Wer natürlich einen Grillkamin nebenbei an die Touristen verkaufen möchte, sollte sich nicht damit trösten, dass sein Kollege in St. Peter Ording auch keinen verkauft hatte. Grillkamine erwartet der Besucher eher auf einer Gartenmesse, auch wenn dieser Verkäufer in Husum in der Vergangenheit des öfteren Grillkamine erfolgreich verkauft hatte. Es gibt kein Abo für Dauererfolg bei Verkäufen hochpreisiger Artikel von über 2.000 Euro auf unseren Kunsthandwerkermärkten an der See.
Von welchen Umsätzen träumen manche unserer Aussteller? Sie leben von den Käufen des Durchschnittsbürgers. „Mehr als 60 Prozent der Hamburger Haushalte haben monatlich nicht mehr als 2.600 Euro netto zur Verfügung. Früher reichte ein Wochenlohn für die Miete, inzwischen gehen teilweise schon mehr als 50 Prozent des Monatseinkommens für das Wohnen drauf“, schrieb das Hamburger Abendblatt am 1. August 2011. Hamburg gehört zu den reichsten Städten Deutschlands mit überdurchschnittlich hohen Einkommen.
Urlaubern kann ich Laboe als Ferienort unbedingt empfehlen, weil hier das Preis-Leistungsverhältnis noch stimmt. Viele junge Familien machen hier Urlaub mit Kindern. Wer sich dann im Urlaub noch etwas Besonderes aus seiner Urlaubskasse leisten kann, gehört in unserem Land bereits zu den Besserverdienenden.
An diesem Wochenende waren auch unsere Aussteller in Damp sehr zufrieden. Robert Funke mailte:
"Hallo Frau Baum,
wir würden gerne nächste Wochenende 6. u. 7. August wieder nach Damp kommen.
Ich weiß nicht, ob Frau Jonischkies schon mit Ihnen gesprochen hat, ich habe ihr
am Sonntag gesagt, dass Christine gerne wieder kommen möchte und sie wollte
schon einmal vorab mit Ihnen sprechen. Wir haben uns in Damp wohl gefühlt, guter Umsatz, nette Leute und fast nur nette Kollegen.
Also, wir würden uns freuen, wenn wir wieder mit an Bord sein könnten.
Ich wünsche Ihnen noch eine schöne Woche,
Gruß
Robert Funke
P. S. Frau Jonischkies hat uns sehr zuvorkommend und freundlich betreut"
Wer an diesem Wochenende einen Stand in Damp zusammen mit Laboe aufgebaut hatte, konnte sich nach dem letzten verregneten Wochenende über doppeltes Glück gleich Umsatz freuen. Einige Kunsthandwerker in Laboe wurden aber auch Zeugen eines Betreibers von einem gastronomischen Stand 4 m x 4 m, der lautstark Schadensersatz in horrender Höhe verlangte, wenn er nicht eine für ihn vorgesehene Standfläche bekäme. Ich wusste gar nicht, dass man mit diesem Angebot so viel Geld verdient und muss unbedingt mein Standgeld in Zukunft bei neuer Bewerbung erhöhen. Nachdem wir geklärt hatten, dass er wie behauptete, gar keinen Starkstrom in seinem Vertrag angemeldet und bezahlt hatte, wurde er gezwungenermaßen einsichtiger. Verbindlich wie wir nun einmal sind, erhielt er statt der 4 m x 4 m angemeldeten Fläche mindestes 6 m x 6 m und den von ihm bezahlten angemeldeten Stromanschluss. Hier gilt das Sprichwort meiner Oma noch immer: Wer einem anderen eine Grube gräbt, fällt selber hinein. Auch dass unser Kleidermacher neben sich keinen weiteren Kunsthandwerker duldete aus Angst man könnte ihn übersehen, konnten weder Andrea Schwarze mit Seidenaccessoires noch ich verstehen. Dabei kennen Peter Schleich und ich uns schon seit dreißig Jahren.
Aussteller die jetzt in Laboe mit ihren Umsätzen nicht zufrieden waren, hatten entweder ein austauschbares Produkt oder nicht die konvenablen Touristen für ihre hochwertige Ware. Erfolgreiche Aussteller, die ausschließlich von ihrem Marktgeschäft leben, müssen vierzig Märkte im Jahr anfahren, über das Internet verkaufen und einen langen Weihnachtsmarkt buchen. Doch ein Kunsthandwerker, der seine Ware selber herstellt, muss sie auch noch selber arbeiten. Welcher Kunsthandwerker kann dann jede Woche einen Kunsthandwerkermarkt buchen?
Wir bekommen kaum Nachwuchs - Kunsthandwerker, darüber waren Peter Schleich und ich uns einig. Das Geschäft ist zu mühsam und der Aufwand letztendlich zu groß. Ein guter Kunsthandwerker ist manchmal ein schlechter Verkäufer seiner Arbeiten. Dabei hebt er sich kreativ mit seinen Unikaten aus der Masse des ewig gleichen heraus.
Wenn wir nur das ewig gleiche auf unseren Märkten anbieten, kommen auch nur noch die ewig gleichen Besucher. Das Ergebnis? Richtig! Die Menschen, die das Besondere lieben, kommen erst gar nicht mehr zu den Ewig Gleichen.
Salama Syedhom El Shuruk mit Schmuck
Traudi Vorberg aus Belgien konnte in Laboe fast ihre gesamte Sommerkollektion verkaufen. Thomas Nolte war mit seinen selbst hergestellten Getränkehaltern wieder ausverkauft. Viele Kunsthandwerker packten am Sonntagabend zusammen mit unseren Ausstellern aus Nordrhein - Westfalen am Ende des Marktes zufrieden ihre Stände zusammen. Sie waren vom Norden überzeugt und begeistert.
Es war ein schöner Markt. Es gab sogar Touristen die sich im Touristikbüro für unseren Markt bedankten. Wir sollten doch bei allem WENN und ABER und bei dem Wunsch Geld zu verdienen nicht vergessen für wen wir Märkte organisieren - nämlich für unsere Besucher.
Was wären wir ohne unsere Besucher? Ohne sie brauchten wir unsere Stände erst gar nicht aufzubauen!!!! Selbst bei schönstem Marktwetter nicht.
"Sind Sie auch mit dem Markt zufrieden? " fragten mich die Aussteller.
"Für mich gibt es nur eine Art von Erfolg - nämlich mein Leben so zu führen wie ich es möchte und das mit Ihnen allen zusammen bei Sonne, Regen und auch Sturm."
Ihre
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