Husumer Kunsthandwerker Tage 2011
Am Samstag wurde der Kunsthandwerkermarkt von früh bis spät sehr gut besucht.
Antje Bleyer aus Eschweiler mit handgearbeiteter Kinderkleidung.
Bauernkäse von Erwin Bejk.
Die Handpuppen von Nanette Mende werden gefilmt.
Drechseln für Kinder und Erwachsene.
Flammkuchen von Annette Scott aus Wedemark.
Flammlachs von Macedo - Erwin Beiyk.
Lederwerkstatt Holger Radke.
Alle Fotos © Elke Baum 2011
Rückschau auf die 6. Kunsthandwerker Tage
vom 26. - 28. August 2011
im Herzen von
25813 Husum/Nordsee
Der Wetterbericht kam an diesem Wochenende für Schleswig - Holstein mit Meeno Schrader live von unserem Kunsthandwerker - Markt auf dem Marktplatz in Husum und brachte uns am Sonntag zusätzlich viele neugierige Touristen.
Als wir am Donnerstag in Husum ankamen, war es drückend schwül. Unwetter sind in diesem Jahr keine Seltenheit, aber bisher hatten wir eigentlich immer Glück. So bauten wir auch an diesem Donnerstagnachmittag ganz entspannt auf dem Husumer Marktplatz unsere Stände auf.
Bis Beginn Freitagnachmittag wurde bei den Ausstellern insgesamt sehr gut gekauft. Dann wurde es wieder drückend schwül. Bevor uns am Abend das angesagte Gewitter überrollte - zurrten wir um 18.00 Uhr allesamt die Stände fest und schlossen sie mit Planen. Kurz nach einem Schauer schien wieder die Sonne, und die Touristen standen vor den weißen geschlossenen Zelten. Wie es nun einmal bei manchen Ausstellern üblich ist, sie waren bereits gegangen.
Am Samstagmorgen musste der Husumer Wochenmarkt auf die andere Straßenseite ausweichen, denn unser Markt war - wie in den letzten Jahren - ausgebucht. Durch den Wochenmarkt begünstigt, standen die ersten Käufer schon um 9.00 Uhr früh vor den Ständen unserer Aussteller auf dem Marktplatz. Am Samstag wurde der Kunsthandwerkermarkt von früh bis spät sehr gut besucht. Gegen Nachmittag berichtete Meeno Schrader live für das Fernsehen NDR 1 Welle Nord den Wetterbericht von unserem Kunsthandwerkermarkt. Das brachte uns zusätzlich am Sonntag den ganzen Tag über viele Touristen aus dem gesamten Umland.
Jeden Tag begann es erst nach Veranstaltungsende an zu regnen. Erst in der Nacht zum Sonntag fegten heftige Gewitter über Husum. Begünstigt durch drei Tage ideales Marktwetter und zusätzliche Werbung durch Meeno Schrader waren unsere Husumer Aussteller wie Gretl Langer oder Hendrik Marx mit ihren Umsätzen mehr als zufrieden. Auch unsere Kunsthandwerker wie Bürstenmacher Hans-Wilhelm Hintz aus Marburg, Friedrich Vetter aus Bernstadt bei Ulm mit seiner Glaswerkstatt, Dieter Dreher aus Inzigkofen-Vilsingen mit seinen Windspielen aus Kupfer, Antje Bleyer aus Eschweiler mit Kindermode und andere freuten sich über gute Umsätze. Dag Wixforth konnte den Andrang an seinen Wippdrechselbänken kaum bewältigen. Kinder und Touristen waren wieder total begeistert von Dag Wixforth mit seinen interessanten Werkzeugen und der engagierten Anleitung. Nachdem die ersten Aussteller ihre Waren und Stände in ihre Autos verstaut hatten, begann es wieder zu regnen.
CreativLust am Meer in Damp
Im Gegensatz dazu begann dieses Wochenende für unsere Aussteller in Damp mit einer großen Enttäuschung. Die CREATIVLust Märkte in Damp 2012 werden auf jedes zweite Wochenende im Monat reduziert - also insgesamt 4 Wochenenden in der Saison. Grund dafür sind die Befürchtungen der ansässigen Geschäfte, unsere Märkte könnten in ihren Läden zu Umsatzeinbußen führen.
Dieser Sommer, der keiner war, hat überall zu Umsatzeinbußen geführt. Es ist aber nicht nur das Wetter. Die Deutschen sind ein geduldiges und diszipliniertes Volk. Noch nie waren ihre Sparguthaben so hoch wie zurzeit, denn viele Lebensversicherungen wurden inzwischen ausgezahlt oder Erben angetreten. Doch wenn die Menschen jeden Tag in den Medien hören müssen, dass ihr mühsam - oft monatlich erspartes Geld - nicht mehr sicher ist und keiner weiß, wohin der überschuldete europäische Finanzweg abdriftet, ihnen der Staat immer mehr abverlangt und ihnen nichts mehr von ihrem Fleiß übrig bleibt, dann vergeht auch dem letzten "Leichtfuß" die Großzügigkeit, die auch zum angenehmen Leben dazu gehört. Wir auf unseren bunten Märkten sind oft Berater, Unterhalter und Seelentröster für unsere Kunden, damit sie ihren reglementierten Alltag leichter ertragen. Dabei brauchen viele Kunsthandwerker selber Trost. Nach den Sommerferien werden die ersten Anzahlungen für die langen großen Weihnachtsmärkte fällig. Woher nehmen, wenn die Sommermärkte gerade den Lebensunterhalt, Mieten und Versicherungen eingebracht haben ........ wenn überhaupt???? Die erste Finanzkrise haben wir auf unseren Märkten kaum zu spüren bekommen. Die zweite Folgekrise hat aber eine andere Qualität und wird uns alle vor große Herausforderungen stellen.
Wer meint, die neue Weltfinanzkrise ginge uns nichts an. „Ich habe keine Aktien ...“, und mit unverhohlener Schadenfreude anderer Leute Sorgen kommentiert, wenn die Börsen gerade mal wieder gefährlich wackeln und triumphiert: „Ich hab nichts – also hab ich auch nichts zu verlieren“, verkennt natürlich den Ernst der Lage.
Wirtschaftskrisen gehen nicht nur alle an, sie treffen jeden - auch uns auf den Märkten. Wenn weltweit die Kurse der Wertpapiere abstürzen, heißt dieses nichts anderes als, dass man den großen Unternehmen keine große Zukunft zutraut. Und wenn dem so ist, werden diese Konzerne sparen müssen – und ziemlich sicher Arbeitsplätze streichen. Wer dann kein Geld mehr verdient, kann auch nichts mehr kaufen. Es werden dann weniger Waren produziert und infolgedessen weniger Menschen beschäftigt werden.
Die Börsen sind eingebrochen, weil ihre Investoren Angst hatten, eine Situation wie 2008 könnte sich wiederholen - dieses Mal mit noch schlimmeren Folgen. Es herrscht eine Vertrauenskrise aufgrund der hohen Staatsschulden. Ihre Ursache ist nicht zu überhören: Es sind die überbordenden Schulden vieler Staaten, und auch Deutschland gehört dazu.
Alle leben weit über ihre Verhältnisse. Schlimmer noch: Die Regierenden geben erst viel Geld aus – meist natürlich für ihre jeweiligen Wähler – und überlegen sich erst anschließend, woher es kommen soll. Sogar wenn die Steuereinnahmen sprudeln wie nie zuvor (Deutschland im Juli 2011!), verschuldet man sich weiter.
Ab hier nimmt das Unglück seinen Lauf: Das viele Geld im Markt treibt die Inflation. Jetzige Schulden bedeuten immer auch neue, höhere Steuern für Zins und Tilgung.
Fleißige Aussteller verdienen noch ihr Geld auf den Märkten, aber die Kosten fressen oft ihre mühsam erwirtschafteten Gewinne zum größten Teil wieder auf.
Ob Aktionär oder nicht, jeder wird wegen der Staatsschulden weniger Geld in der Tasche haben – und das wird auch noch weniger wert sein.
Was könnte uns mehr auf unseren Märkten treffen, als wenn der Mensch immer weniger Geld in der Tasche hat. Da kann unsere Werbung noch so professionell sein, das Wetter noch so ideal und wir in Hochform kreativ arbeiten: "Einem nackten Mann kann man nicht in die Taschen fassen", pflegte mein Vater schon 1960 zu sagen.
Menschen brauchen Verlässlichkeit und müssen vertrauen können. Menschen brauchen ein Einkommen, dass sie ihre Familien ernährt, ohne vom Staat unterstützt werden zu müssen. Wir alle, ob wir auf den Märkten oder in den Firmen und Betrieben arbeiten, sind kollektiv miteinander verbunden. Wenn den Menschen das Geld für die liebenswerten Angebote auf unseren Märkten fehlt, können unsere Aussteller ihre Standgelder nicht mehr bezahlen, und uns als Veranstaltern fehlt die Vielfalt auf unseren Märkten. Fehlt die Vielfalt, kommen weniger Besucher und wir Veranstalter können nicht mehr die attraktiven Flächen anmieten. Wie die Börse tickt, geht also auch uns auf den Märkten etwas an - selbst wenn wir keine Aktien besitzen und so mancher auf den Märkten denkt: "Diese Sorgen möchte ich auch einmal haben!" Genau diese Sorgen hat er nämlich! Die Finanzkapriolen an den Märkten verunsichern unsere Kunden, wenn sie Geld erspart haben und wenn sie keines haben erst recht. Weder unsere Bundesregierung noch die europäischen Regierungen wissen, wie es weitergehen soll. Wir machen uns also alle berechtigte Sorgen um unser Geld und unsere Zukunft.
Kunsthandwerker und Veranstalter neigen dazu, geringere Umsätze mit dem Wetter zu entschuldigen und lapidar abzutun. Oft im Regen haben schon viele Aussteller in der Vergangenheit gute Umsätze erwirtschaften können - nämlich gerade deshalb, weil es regnete und der Tourist sich mit etwas Schönem gegen das Wetter trösten wollte. Doch wenn er nicht weiß, was in der Zukunft mit seinem Geld geschieht, lässt er es lieber da, wo es ist. Nämlich auf seinem Tagesgeldkonto, Sparbuch oder kauft - sicher ist sicher - und wie ihm empfohlen wird ..... Gold für den Tag, wo sein Geld nichts mehr wert sein wird. Mein Opa hat das erlebt. Er hätte ein Grundstück am See kaufen können und ließ es stattdessen auf seinem Sparbuch. Kurz danach war sein Erspartes nichts mehr wert. Wer über ein geringes Einkommen verfügt, spart jetzt verunsichert, wo er nur kann. Weiß er, wie lange er noch seine Miete zahlen kann? In Hamburg gibt es zurzeit kaum noch bezahlbare Wohnungen. Der Mietspiegel stieg in Hamburg in diesem Jahr z.T. um 20 %. Nicht das Wetter bestimmt ausschließlich die Kauffreude unserer Kunden - sondern auch weltweit die Börse. Im Moment bestimmen noch die Emotionen das Handeln. Fast alle agieren "auf Sicht", das heißt sie reagieren. Wir sollten sehr vorsichtig sein, die Kaufkraft auf unseren Märkten auf das wechselhafte Sommerwetter zu reduzieren.
Ihre
![]()
Wir beginnen jetzt unsere traditionellen Herbstmärkte. In Hamburg ist der einkommensstärkste Stadtteil Hamburg-Nienstedten mit einem Durchschnittseinkommen von 150.000 €/im Jahr - gefolgt von Blankenese - gleich an dritter Stelle Hamburg-Wohldorf-Ohlstedt. Meine Flächennutzungsgebühren für das "Fest der Kunsthandwerker" am 10. und 11. September sind dem angepasst.