Elke Baum
Veranstaltungs- und Kunsthandwerker-Agentur
Theodor-Storm-Straße 8
22946 Trittau
"Wer nicht wirbt, der stirbt.?"
Stellen Sie sich vor Sie sind der erste Mensch, der den Mond betritt. Solange
niemand davon erfährt, nützt es Ihnen gar nichts. Sie können
auf Ihrem Sofa sitzen bleiben und das Leben genießen. Als Veranstalter
müssen Sie noch nicht einmal den Mond betreten, um bekannt zu werden. Sie
müssen nur dafür sorgen, dass Ihre Veranstaltung außergewöhnlich
wird. Sie müssen einen Weg finden, aus allen Mitbewerbern herauszuragen.
Eine Veranstaltung im Jahr macht Sie noch nicht bekannt - es sei denn Sie sind
prominent. In dem Fall hätten Sie einige Vorschußlorbeeren. Prominent
zu sein kann jedoch auch zum Bumerang werden, wenn die Öffentlichkeit und
Aussteller mit Ihrer Prominenz eine gewisse Erwartungshaltung verbindet, die
Sie nicht erfüllen können oder auch nicht wollen. ( Hier weise ich
auf den Artikel eines Ausstellers an die Veranstaltungszeitschrift M&T vom
Marktplaner Verlag in der Ausgabe August auf Seite 10 hin ). Unerfreulich wird
es für die Kunsthandwerker, wenn sich Reisegesellschaften (Kaffeefahrten)
auf den Weg machen und mit Buskaravanen anreisen, um dem Prominenten aber nicht
dem Kunsthandwerk nahe zu sein.
Nehmen wir aber an Sie sind ein Nobody. Dann dauert es Jahre bis man Sie in
der Öffentlichkeit wahrnimmt. Um Aussteller kennen zu lernen, gibt es nur
eine Chance für Sie. Sie müssen sich bekannt machen. Ich bin in den
Anfangsjahren über die Märkte gepilgert und habe mich wortreich vorgestellt.
Bis mir einmal ein Profi sagte: Profis reden nicht lange, sie legen das Programm
wortlos im Vorbeigehen auf die Tische der Kunsthandwerker. Ab da bin ich stumm
über die Märkte gegangen und habe mein Programm verteilt. Das war
in der Hochkonjunktur - Zeiten der Eitel - und Überheblichkeiten im Kunsthandwerkerbereich.
Unter den Kunsthandwerkern wurde ich dennoch bekannter als ich je vermutet hätte,
obwohl ich mich als Veranstalterin gar nicht so wichtig genommen hatte. Aber
ohne darüber nachzudenken, hatte ich das Richtige getan. Ich hatte mich
spezialisiert. Heute gilt: Je spezialisierter man ist, desto mehr Kunden hat
man. Prüfen Sie selbst. Bei wem ist es schwieriger einen Termin zu erhalten:
Bei einem Spezialisten oder einem Allrounder? Experten, die sich auf die Grundbedürfnisse
ihres Kunden spezialisiert haben, wirken souveräner und sind unabhängig.
Sie sind einfach kompetent und wissen, worum es geht. Entsprechend habe ich
den Kunsthandwerkern auf meinen Märkten gedient. Die Betonung liegt auf
dienen. Pascal Raviol von Roncalli Event hat mir in Scharbeutz im Juli am Frühstückstisch
vorgeführt, wie ich mich gegeben habe, als er mich 2000 kennen lernte,
als es um die Teilnahme "meiner" Kunsthandwerker auf Roncalli Veranstaltungen
ging. Ich habe mich köstlich amüsiert. Als ich mich 1997 selbständig
machte und zusätzliche Veranstaltungen im Kreis Stormarn präsentierte,
war ich bereits aus der Presse im Kreis Stormarn sehr bekannt. Schon Julius
Caesar wusste: "Es ist besser, der erste im Dorf zu sein als der zweite
in der Stadt." Frei übersetzt: Es ist besser, der Erste in einer kleinen
Nische zu sein, als einer von vielen in einer ganzen Branche. Meine Zielgruppe
waren die Kunsthandwerker, die ich in ihrer Eigenart und ihren besonderen Bedürfnissen
und Wünschen ernst genommen hatte. "Einheitslösungen" wurden
hier in der Regel abgelehnt. Sie können Ihre Zielgruppe nur dann bewerben,
wenn Sie ihre Bedürfnisse kennen. Ich hatte eine lange Lehrzeit hinter
mir.
Die Presse erhält von mir immer vor Veranstaltungen Presseberichte mit
Photos von neuen Kunsthandwerkern. Es interessiert keinen Menschen, wenn Sie
exzellent sind. Die Öffentlichkeit interessiert sich nur für das Außergewöhnliche.
Ich suche immer einen Weg mit einem außergewöhnlichen Kunsthandwerker
aus allen Mitbewerbern herauszuragen.
Auf dem diesjährigen Kunsthandwerkermarkt zum Erntedankfest im Oktober
in Trittau und auf der Baltic Sail in Travemünde ist es Anton van der Aar
aus Holland, der vor Ort Spekulatiusmodells schnitzt. Alle Journalisten sind
dankbar, dass sie von mir hervorragend mit ausführlichen Presseberichten
und Photos versorgt werden - außerdem verhindere ich damit, dass Unsinn
geschrieben wird. Wenn Sie, wie ich auf dem Lande wohnen, müssen Sie zusätzlich
noch viel Geld in die Anzeigenwerbung stecken. Aber es lohnt sich, denn was
nützt es Ihnen, wenn Sie sich die viele Arbeit gemacht haben und die Besucher
bleiben weg. Kommen keine Besucher mehr, gehen die Aussteller zum nächsten
Veranstalter, was machen Sie dann? Auch heute noch lieben die Menschen feste
Veranstaltungstermine. Wer einen Kunsthandwerkermarkt besucht, muss in der Regel
mehr Geld einstecken als auf anderen Veranstaltungen. Das beste Beispiel sind
die Husumer Veranstaltungen. Seitdem ich 2000 das erste Mal mit einem Kunsthandwerkermarkt
bei dem Husumer Krokusblütenfest mit dabei war, wünschen die Auftraggeber
für alle Husumer Veranstaltungen zusätzlich von dem Gesamtveranstalter
einen Kunsthandwerkermarkt - selbst beim Hafenfest -. Warum auch nicht? Husumer
und Touristen lieben diesen zusätzlichen Themenbereich. Herr Boomers, mein
Gewürzhändler hat auf dem Klosterfest in Cismar erzählt, dass
ihn Husumer angerufen hätten, ob er auch zu dem Kunsthandwerkermarkt im
Rahmen der Husumer Hafentagen kommt.
Auch die Auftraggeber der Baltic Sail in Travemünde im August nehmen
zwei Flächen aus der Gesamtorganisation für zwei Kunsthandwerkermärkte
heraus. Welche Chance für die Kunsthandwerker, die hier für
60,00 Euro pro Tag direkt an der Travepromenade mit 300 000 Besuchern
rechnen können. Selbstverständlich liegen auch hier der Presse
bereits Photos von außergewöhnlichen Kunsthandwerkern vor,
z.B. dem Glockengießer, der vor Ort arbeitet. Man ruft hier eine
kompetente Spezialagentur - nämlich eine Kunsthandwerkeragentur
- und nicht den Allrounder. Diese Vorgehensweise spricht natürlich
auch für die Autorität der Auftraggeber.
Nach meinen ersten fünf Veranstaltungsjahren in Trittau hatte ich einen
Traum: "Die besten aller Kunsthandwerker hatten sich um die Trittauer Wassermühle
placiert, die gesamte Veranstaltung war wunderschön dekoriert, und das
Wetter war wie immer herrlich. Ein traumhafter Markt
. ich spürte
meine Begeisterung und Freude
aber es kamen keine Besucher. Ich war total
irritiert. Dann kam die Volkstanzleiterin und fragte mich: "Elke, was ist
denn los? Keine Menschen?" In diesem Moment fiel mir schlagartig ein, ich
hatte die Werbung vergessen. Ich fiel in einen tiefen Abgrund." Dieses
Ohnmachtsgefühl hat mich bis heute verfolgt. Ich wachte auf und empfand,
das war nicht nur ein Traum, dies war meine Botschaft. Niemals habe ich jemals
an Werbung gespart, niemals! Oder gar vergessen!
Irgendwann muss man sich entscheiden, wofür man steht.
Je bekannter man wird, desto mehr wird der Eigenname zu einer Marke - auch im
Veranstaltungsgeschäft -. Bestes Beispiel dafür war, als ich mein
Konzept für den Weihnachtsmarkt auf dem Gerhart Hauptmann Platz in Hamburg
Herrn Adumat von der Behörde Hamburg Mitte überreichte. Ein sehr liebenswürdiger
Mensch, der zu mir wohlwollend meinte: "Frau Baum, haben Sie auch an die
Wirtschaftlichkeit in Ihrem Konzept gedacht?" Ich habe ihn daraufhin gefragt,
wo er wohnt und er antwortete: "In Barsbüttel". Barsbüttel
gehört zum Kreis Stormarn. Herr Adomat kannte mich also aus der Stormarner
Presse. Uwe Bergmann hätte er sicherlich gefragt: "Haben Sie auch
an ausreichend Kunsthandwerker gedacht, Herr Bergmann?", denn die Uwe Bergmann
Agentur in Hamburg steht für Gastronomie - inzwischen klugerweise mit Kulturanspruch.
Die unterschwelligen Befürchtungen meiner Mitbewerber ich könnte irgendwann
aus Wirtschaftlichkeitsgründen gastronomisch ausgerichtete Veranstaltungen
mit Kulturprogramm anbieten, verbieten sich für mich von selber. Natürlich
könnte ich, ohne Zweifel. Nichts einfacher als das. Aber was würde
ich tatsächlich gewinnen?
Ich würde meine Glaubwürdigkeit verlieren. Glaubwürdigkeit interessiert
die wenigsten Veranstalter, hauptsache ihre Kasse stimmt. Nur sie verschwinden
so schnell wie sie gekommen sind. Sie sind austauschbar und die nächsten
sind die Gleichen. Weil ich aber meine Arbeit liebe, geht es mir um viel mehr
- es geht in diesem Jahr immerhin um achthundert interessierte Kunsthandwerker
an meiner Agentur. Darauf bin ich sehr stolz und habe viele Jahre dafür
gearbeitet.
Meine Mutter hatte schon 1990 gemeint: " Irgendwann muss sich das mit dem
Kunsthandwerk doch mal totlaufen. Die Leute können doch nicht immer das
Gleiche kaufen". Sie hatte das Unangenehme, was Mütter so an sich
haben, die Wahrheit platt auf den Punkt zu bringen - ohne Rücksicht darauf,
wie weh sie einem damit tun. Ihre Aussage hat mich aber bis heute angespornt,
mich weder in Ausführung noch Engagement jemals auf meinem Erfolg auszuruhen.
Selbst bei dem 24. Kunsthandwerkermarkt zum Erntedankfest 2004 in Trittau schalte
ich mehr Werbung denn je. Die Menschen müssen sich immerhin ins Auto setzen,
teures Benzin bezahlen, um nach Trittau zu kommen. Der Hintergrund für
bewährte und neue - Schleswig-Holstein weite - Werbung bis hin nach Hamburg
ist natürlich, eine neue Zielgruppe zu erreichen. Der Kunsthandwerkermarkt
an sich ist inzwischen so bekannt, dass ich weder für Aussteller noch Besucher
Werbung schalten müsste. Um Aussteller werbe ich für diesen Markt
seit Jahren nicht mehr. Doch mein damaliger Traum lässt mich auch in diesem
Jahr wieder für die Herbstveranstaltung Werbung in ihrer Gesamtbandbreite
schalten. Bereits auf der Baltic Sail in Travemünde erhalten alle Kunsthandwerker
Flyer für die Märkte in Hamburg- Wohldorf/Ohlstedt und Trittau.
Gelernt habe ich, dass es einen Unterschied macht, an welchem Ort die Veranstaltung
stattfindet. Wer in Hamburg von einem redaktionellen Bericht träumt, muss
sich schon ins Zeug legen. Trotzdem gibt es Möglichkeiten im Hamburger
Abendblatt und in der Bild Zeitung Anzeigen zu schalten. Dazu müssen die
Anzeigen - wenn sie eine bezahlbare Größe haben sollen - außergewöhnlich
sein, damit sie auch Beachtung finden. Zusätzlich muss man sie so placieren,
dass sie von der gewünschten Zielgruppe entdeckt werden. Meine Anzeigen
erscheinen z.B. im Hamburger Abendblatt immer neben dem Theaterplan. Hier muss
man sich die Flächen natürlich rechtzeitig reservieren lassen, weil
sie sehr begehrt sind.
Nicht zu unterschätzen ist Ihr Firmenname mit dem Sie werben. Auch hier
habe ich es vor sieben Jahr ohne viel darüber nachzudenken richtig gemacht.
Es gibt viele Eventagenturen
. jeder, der irgendetwas organisiert
selbst ein Ehrenämtler, der einmal im Jahr im Trittauer Schwimmbad ein
Konzert organisiert, nennt sich Eventagentur. Man muss sich erst einmal die
Mühe machen zu erkunden, wer und was dahinter steckt. Werben Sie mit Ihrem
Namen. Mit Ihrem Namen verbinden die Menschen, das was Sie tun und wofür
Sie stehen. Mit Ihrem Namen sind Sie einzigartig, individuell und selten kopierbar.
Ihr Name steht für Ihre Kompetenz. Es kommt nicht irgendein Heini, sondern
Sie. Sie sind Sie nicht Heini und schon gar nicht Irgendeiner. Wenn Sie außergewöhnlich
sind, werden Sie fast zur Kultfigur. Dann verzeiht man Ihnen nahezu alles. Überlegen
Sie es sich aber gut, wofür Sie stehen. Sie müssen glaubwürdig
sein und bleiben. Hinter dem Respekt der Öffentlichkeit steht immer noch
Ihre Leistung - anderenfalls werden Sie zu einer bekannten Witzfigur. Für
Aussteller als Tipp: Der Trick der Eventagenturen ist, dass unangenehme Entscheidungen
oft auf mehrere Personen verteilt werden. Herr "Sowieso" findet Sie
als Aussteller nicht repräsentativ für eine bestimmte Veranstaltung.
Sein Partner, mit dem Sie gerade telefonieren, denkt hier zwar angeblich anders
als Herr "Sowieso", aber da kann man eben nichts machen, denn leider
hat Herr "Sowieso" auch mitzureden. Sie werden also abgelehnt. Im
nächsten Jahr bewirbt sich die gewünschte Ausstellerqualität
nicht, dann greift man unbeschwert auf Sie als "zweite Wahl" zurück,
und gibt an, Herrn "Sowieso" nun doch von Ihrer Qualität überzeugt
zu haben. Oder man braucht Sie auf weniger attraktiven Veranstaltungen und will
Sie nicht endgültig als Aussteller verprellen.
Mein Rat:
Verlangen Sie den Entscheidungsträger. Dann können Sie die Situation
für sich einschätzen und auswerten. Als Firmenchef treffen Sie heute
und jetzt alle Entscheidungen und können nichts vertuschen oder auf Ihre
Mitarbeiter schieben Der Vorteil ist, als Aussteller wissen Sie, woran Sie sind.
Lassen Sie sich nicht mit unklaren Aussagen abspeisen.
In der Öffentlichkeit sieht Werbung mit Ihrem Firmennamen folgendermaßen
aus: Mein Mann hatte in Ahrensburg für eine Veranstaltung plakatiert. Ein
Mann fragte ihn: "Für was plakatieren Sie?" Mein Mann entgegnete:"Für
meine Frau" und der Mann liest auf dem Plakat das Wort Kunsthandwerk und
sagt: "Dann ist Ihre Frau Elke Baum". Mein Mann nickt ein wenig zu
früh erfreut, denn der Mann antwortet: "Bestellen Sie Ihrer Frau,
dass mir das Wort Kunsthandwerk allmählich zum Hals raushängt."
Ein größeres Kompliment konnte er mir gar nicht machen
. denn
nun hatte ich die Bestätigung
. ich hatte den letzten Mann auf der
Straße im Kreis Stormarn mit Kunsthandwerk erreicht.
Mein Name steht für Kunsthandwerk. Das geht so weit, dass fremde Menschen
unangemeldet in mein Haus kommen und mir Adressen von interessanten Kunsthandwerkern
bringen, die sie irgendwo entdeckt haben. Es gibt auch hier im Umkreis Veranstalterinnen
von Kunsthandwerkerveranstaltungen, aber ich war die Erste und habe mich später
aus meinem vertrauten Umfeld herausbewegt.
Das ist nachweisbar und niemand kann daran rütteln - auch wenn es manch
einer vielleicht gerne würde. Werden Sie der oder die Erste! Alles was
folgt ist nur Imitation des schon Dagewesenen. Wenn Ihnen schon nichts anderes
einfällt, als das Original zu kopieren, dann aber bitte schön besser
oder mit neuem Pepp. In den meisten Fällen bleibt aber das Original was
es ist
ein Original!
Die Uwe Bergmann Agentur in Hamburg war mit die erste Agentur, die vor ca. 20
Jahren Stadtteilfeste in Hamburg organisierte. Mit Stadtteilfesten haben viel
zu viele Veranstalter anschließend Geld verdienen wollen, aber die Uwe
Bergmann Agentur hat sich mit der Zeit auch auf Großveranstaltungen spezialisiert.
Während die Kunsthandwerkerveranstalter eifersüchtig den Mitbewerbern
inzwischen ihre Märkte verbieten, arbeiten die großen Agenturen mit
Gastronomie längst Hand in Hand. Lieber überleben als kleinkariert
sterben. Was der eine nicht hat, bringt der andere mit ( z. B. Buden), siehe
die Travemünder Woche. Alle waren zufrieden und haben ihr Geld verdient.
Das würden Kunsthandwerkerveranstalter geradezu als Verrat und Zeichen
von absoluter Schwäche werten. Sie sonnen sich in ihrer Individualität
und merken gar nicht, dass ihre Kunsthandwerker auch auf beliebigen Kunsthandwerkermeilen
der Großveranstaltungen ihr Glück versuchen. Na, und? Die Kunsthandwerkerklasse
wie in Cismar oder Trittau findet man dort natürlich nicht, aber das erwartet
auch keiner. Die Veranstalter des Klosterfestes in Cismar rechnen in diesem
Jahr mit 80.000 Besuchern. Ein kunsthandwerkliches Fest und nicht kopierbar.
Seit 25 Jahren zählt das Klosterfest zu den größten kunsthandwerklichen
Events des Nordens. Hier braucht nicht mehr geworben zu werden, jeder hat das
Veranstaltungsdatum in seinem Terminkalender. Der Organisator Hartmut Koch gehört
ohne Zweifel zu den Kultfiguren der Kunsthandwerkerszene und ist die Seele des
Marktes. Mit ihm verbietet sich jeder Vergleich eines kommerziellen Eventmanagers.
Z.B. Bernhard Paul, Inh. des Circus Roncalli wurde 1976 mit dem poetischen Circus
Roncalli berühmt. Vieles wurde später kopiert. Bernhard Paul gehört
aber zu den Kultfiguren, und alle Imitatoren, die es im Nachhinein wie üblich
reichlich gab, konnten ihm das Wasser nicht reichen. Bernhard Paul verkauft
heute noch Träume wie kein anderer.
Nehmen Sie die erste Home & Garden Veranstaltung in Hamburg Klein - Flottbeck.
Es war die schönste von allen und die Besucher wandelten über das
Gelände. Inzwischen wurde das Konzept von zig- Veranstaltern kopiert und
hat damit auch den Reiz der Exclusivität eingebüßt. Die herausragenden
"Home & Garden" Veranstaltungen werden weiter bestehen bleiben,
die weniger guten fallen wie alle anderen zu oft kopierten Veranstaltungsformen
in die Bedeutungslosigkeit zurück.
An Ihnen kommt keiner vorbei, wenn Sie bekannt für gute Veranstaltungen
sind. Es lohnt sich nicht, sich über die Missgunst erfolgloser Aussteller
oder Mitbewerber aufzuregen. Mitleid bekommt man geschenkt
Neid muss
man sich verdienen. Amüsieren Sie sich darüber, denn Sie sind im Gespräch.
Unterschätzen Sie nicht die Mund - zu Mund - Propaganda. Glauben Sie nicht
alles, was Ihnen erzählt wird. Interessieren Sie sich bevorzugt für
den Ruf und die Organisation des Veranstalters.
Es gibt Aussteller, die über kompetente Veranstalter Unwahrheiten verbreiten,
ihn geradezu diskriminieren. Spazieren Sie mit diesen Aussagen nicht weiter
über die Märkte
denn genau diesen Aussteller treffen
Sie später bei dem gleichen Veranstalter wieder. Sprechen Sie ihn auf seine
Doppelzüngigkeit an, sagt er Ihnen: "Ich muss ja irgendwo mein Geld
verdienen und Veranstalter X macht eben gute Veranstaltungen." Ach, ja?
Nun zu Ihnen als Aussteller. Sie werben für sich und Ihr Produkt. Marktähnliches
witziges Aussehen, freundliche Beratung und ein dekorativer Stand laden zum
Kaufen ein. Sie werben nicht nur für sich, sondern für die gesamte
Veranstaltung und ebenso für Ihren Veranstalter. Eine Bratwurst ist eine
Bratwurst
aus welchem Stand auch immer. Hier wundere ich mich, wenn ich
sehe, wie einige Betreiber oder dessen Personal mit abgekauten und dreckigen
Fingernägeln die Bratwurst dem Gast anbieten. Ekelig! Ein Bierstand ist
ein Bierstand, wo ist das Besondere? Sie alle sind austauschbar und die Feste
sind es auch. Bis vor einigen Jahren wurde damit noch das schnelle und gute
Geld verdient. Das ist jetzt sehr viel schwieriger geworden.
Besucher überlegen, ob sie eine Wurst essen oder nicht, ein oder zwei Bier
trinken, oder mehr oder was ? Wäre doch allerhöchste Zeit, mit attraktiveren
Ständen und vorzeigbarem Personal zu präsentieren, oder? Der "Zahnlose"
hinter seinem Stand und schon vergeht einem der Appetit auf was auch immer.
Vorbildlich zeigt sich hier die Gastronomie auf den historischen Jahrmärkten
und auch auf dem Weihnachtsmarkt auf dem Rathausplatz in Hamburg von Roncalli.
Einmalig dekoriert der Saftstand von Michael Raedeke aus Hamburg auf dem Kunsthandwerkermarkt
zum Erntedank in Trittau. Hier trifft sich der Besucher mit Freunden und Bekannten
und lädt sie ein. Keiner zählt, wie viel Geld er ausgibt. Der Besucher
erwartet auf dem Kunsthandwerkermarkt in Trittau Michael Raedeke. Hier wird
Gastronomie gepflegt und nicht abgefertigt. Auch Matthias Böttgers Bierkutsche
ist mehr als nur ein Bierstand. Er ist Treffpunkt. Man sitzt gepflegt auf einem
Barhocker und lässt es sich gut gehen. Dazu gehört es eben auch, dass
die Aschenbecher sauber sind und die Tische abgewischt werden. Sonst geht der
Gast weiter. Über eines sollten sich Veranstalter und Aussteller im Klaren
sein. Billig zieht billig an und billig hat im Gegensatz zu früher kein
Geld mehr. Bieten Sie Qualität, dann kommt auch das entsprechende Publikum.
"Stormarn kocht auf" 2003 in Ahrensburg gehört auch zu den Top-Veranstaltungen
der Gastronomie - organisiert von der Dehoga.
So müssen sich Aussteller und Gastronomen auf meinen Veranstaltungen immer
wieder Hinweise über das Out fit ihrer Stände gefallen lassen, ob
es ihnen passt oder nicht. Ich räume auch gerne Gläser ab und stelle
saubere Aschenbecher auf die Tische, wenn es das Personal nicht schafft. Wo
ist das Problem?
Feste mit Inhalt Gastronomie unterscheiden sich ausschließlich durch
das Kulturprogramm. Es sind immer die gleichen Stände mit denselben Betreibern,
hier in der Hütte
. dort im Pagodenzelt.
Wenn man die etablierten Kunsthandwerkermärkte wie an diesem Wochenende
in Cismar/Ostsee besucht, in Goslar oder Pfingsten in Krefeld so hat jeder Markt
seine eigene individuelle Seele. Gastronomische Feste wie Hafenfeste, Duckstein-Festival's,
Alstervergnügen etc., sie haben alle den gleichen Aufbau, und ein Veranstalter
unterscheidet sich in der Ausführung seiner Feste nicht von dem anderen.
Kunsthandwerkerveranstalter/innen und Kunsthandwerker mögen ein wenig antiquiert
wirken. Aber sie sind Individualisten. Nichts ist langweiliger als eine endlos
lange Schlange von Gastronomie, ob in Buden oder Pagodenzelten. Hier wirbt das
Kulturprogramm oder wie an der See die Sportveranstaltungen. Den Betreibern
ist es egal, für wen und was sie stehen, Sie kennen nur die Wurst und das
Bier. Von dem exzellenten Rahmenprogramm, das sie schließlich zum größten
Teil mit ihren Standgeldern finanzieren, bekommen sie in der Regel wenig mit.
Es scheint sie auch nicht zu interessieren. Ich kenne Betreiber, denen es zu
aufwändig ist, einen attraktiven Stand aufzubauen. Sie bevorzugen die einfache
Variante.
Klappe auf, Wurst raus, Klappe zu, weg und Geld zählen. Hier beginnen die
Veranstalter inzwischen an umzudenken und verlangen ansehnliche einheitliche
Pagodenzelte. Die wirtschaftliche Flaute in Deutschland wird die Betreiber in
Zukunft zwingen, über die Wurst hinaus zu denken ebenso wie die Kunsthandwerkerveranstalter
über offene Konzepte nachzudenken. Selbst wenn die Wirtschaft anzieht,
wird man die Arbeitslosigkeit nicht in den Griff bekommen. Wer dann noch Geld
hat, überlegt genau, wofür er es ausgibt.
Er könnte ja auch auf die Idee kommen und sich in ein nettes Restaurant
an der Kurpromenade setzen statt sich an einen Wurststand zu stellen und anschließend
genießt er das kostenlose Musikprogramm der Veranstaltung. Junge Leute
bringen sich bereits jetzt schon ihre Getränke mit. Außergewöhnliche
Gastronomen habe ich nur auf "Roncalli - Veranstaltungen" kennen gelernt.
Auf einem Kunsthandwerkermarkt kann es auch Musik für ein junges Publikum
geben statt den obligatorischen Bänkelsänger.
In meinem privaten Kreis herrscht die Meinung, ich sollte meine Veranstaltungen und Ideen rar machen. Stattdessen plaudere ich munter im Internet und finde bei dem einen oder anderen Veranstalter sogar meine Textbausteine in seinen Presseberichten wieder. Nach dem Motto: "Schauen wir doch mal bei Elke Baum ins Internet, was die zu schreiben hat!" Der Nutzen eines informativen Internets ist jedoch viel größer als der harmlose Klau einer Wortwahl. Die Homepage der meisten Veranstalter besucht man einmal und weiß alles. Außer Terminen ändert sich nichts, und alle Veranstaltungen sind selbstverständlich ein Super Event im großen Stil. Wen interessiert das wirklich? Die bekannten Veranstalter kennt fast jeder Aussteller - meistens persönlich und die großen Veranstaltungen ebenfalls. Alle, die ihr Geld auf den Märkten verdienen, wissen auch um die Tücken des Veranstaltungsgeschäftes. Was sie wirklich interessiert sind Tipps, Trends und Meinungen. Flops amüsieren und trösten sie, wenn es sich um seriöse Veranstalter handelt. Der Strom, der genau dann ausfällt, wenn das Geschäft endlich läuft. Welcher Gastronom hat das noch nicht erlebt? In der Situation wird er zum Elch. Otto Schlüter erzählt noch heute von unserem ersten gemeinsamen Krokublütenfest im Jahr 2000 in Husum auf dem Schlosshof, als wir am Sonntag fast alle bis zu den Knien eingeschneit waren. Mein Holzbildhauer Tadeusz weiß bis heute nicht, wie er es geschafft hat, damals seine Holzeule nach Schleswig zu einem Kunden zu bringen. Oder das Atelier "Norden pur" hat in diesem Frühjahr selbst die Windbö 13 unbeschadet überstanden. Das sind doch die Geschichten, die das Marktleben schreibt. Es sind oft die kleinen Tipps, die unser Leben plötzlich verändern oder uns zumindest weiterhelfen, Begegnungen oder manchmal sogar Träume.
Das Internet ist meiner Meinung nach das wichtigste Medium aller Zeiten. Hier
trennt sich die Spreu vom Weizen. Die meisten Bewerbungen erhalte ich inzwischen
über das Internet. Natürlich kostet die informative Pflege Zeit und
Geld. Wollen wir sparen oder Geld verdienen? Ein Lieblingsspruch von Bernhard
Paul, Inhaber des Roncalli Circus ist: "Geld, das man zum Fenster rausschmeißt,
kommt durch die Türe wieder herein"
..wie recht er hat. Selbst
der erfahrene Gerd Vogt von Roncalli war überrascht, als er eine gesamte
Ausstellungsfläche in Kornelimünster innerhalb von zwei Tagen zubuchen
konnte, nachdem ich noch einmal einen kurzen Internetbericht geschrieben hatte.
Was nützt es mir, wenn ich eine Veranstaltung bewerben möchte und
der Marktplaner erscheint genau an meinem Veranstaltungstag.
Ich teile in meinem Internet meiner Zielgruppe heute und jetzt mit, was ich
mir wünsche und mir fehlt und nicht erst in vier Wochen. Während ich
noch vor ein paar Jahren durch die Veranstaltungszeitschrift Menschen &
Märkte in Hamburg viele Anfragen erhielt, schalte ich zurzeit Anzeigen
aus Solidarität. Ich wundere mich deshalb umso mehr, wie einfältig
meine Mitbewerber mit ihrem Internet umgehen - zumal sie alle über Angestellte
verfügen. Seit Januar 04 wurde meine Homepage bis August über 12 000
mal besucht. Das spricht doch für Sie und mich, oder? Vergessen wir nicht,
eine junge Generation kommt nach. Die Veranstaltung "Künstler &
Meer" in Scharbeutz - organisiert von der Firma bajazzo aus Hamburg - hätte
ein professioneller "alter Veranstaltungshase" nicht besser machen
können - hier liegt die Betonung auf alt, denn bajazzo steht für die
junge Generation. Auch die Kurdirektoren und Veranstaltungsleiter in den Kurverwaltungen
gehören bereits zur jungen Generation.
In diesem Zusammenhang möchte ich auch Existenzgründern auf einen
sehr informativen Bericht in der Veranstaltungszeitschrift M&T Ausgabe August/04
aufmerksam machen unter dem Titel "Existenzgründung
. zahlreiche
Förderungen vom Staat erleichtern den Weg in die Selbständigkeit"
auf Seite 18.
Nehmen Sie die Musikbranche, fast jeder Musiker ist im Internet vertreten und
kann gebucht werden.
Bodo Schäfer, Europas bekanntester money coach, schreibt: "Lassen
Sie keine Gelegenheit aus, ihr Produkt bekannt zu machen. Woher soll man von
sonst Ihnen wissen?"
Das gilt für Veranstalter als auch Aussteller.
Mein "Produkt" sind Kunsthandwerkermärkte - attraktive Gastronomiestände
erwünscht.
Als ich mich 1997 selbstständig machte, organisierte ich 5 kunsthandwerkliche
Veranstaltungen - in diesem Jahr sind es 20 Märkte und 11 Konzerte in der
Trittauer Wassermühle, von denen die Presse ebenfalls begeistert berichtet.
Den genialsten Pressesprecher, den ich bisher erlebt habe, ist Pascal Raviol.
In Scharbeutz berichtete er von seinem Karussell aus der Bildzeitung über
"Kunst & Handwerk" in Scharbeutz. Von ihm bin ich noch Meilen
entfernt. Aber gerade das wird mich weiterhin anspornen.
Das Veranstaltungswesen ist nicht so geheimnisvoll, wie es inszeniert wird.
Warum nicht? Das erfahren Sie in meinem nächsten Bericht.
Raten Sie einmal, warum.
Richtig.
Wer nicht wirbt, der stirbt. Oder warum besuchen Sie gerade meine homepage?
Ihre
![]()