Elke Baum
Veranstaltungs- und Kunsthandwerker-Agentur
Theodor-Storm-Straße 8
22946 Trittau
Der Erfolg kommt wie der freundliche Nachbar
Wenn ein Jahr zu Ende geht, fragt man sich am 31. Dezember, was wohl das neue
Jahr bringt. Liegen unerfreuliche Tendenzen vor, hofft man, dass sie sich am 1.
Januar des neuen Jahres in Luft auflösen. Solche Jahre hatte ich auch und
musste feststellen, dass das neue Jahr genauso unerfreulich begann, wie es aufgehört
hatte. Bis ich dahinter kam, dass das neue Jahr immer nur eine Fortsetzung des
alten sein kann.
Mein letztes Veranstaltungsjahr war ein sehr gutes. Gut und erfolgreich heißt
für mich nicht unbedingt mehr Geld zu verdienen. Erfolgreich heißt
für mich interessante Kontakte, neue Kunsthandwerker und Künstler, neue
Ideen umzusetzen und klare Gedanken im Kopf zu spüren. Trotzdem falle ich
jedes Jahr Tage im Dezember in ein tiefes Loch und stelle mir vor, alle lassen
sich von den Negativberichten der Presse beeinflussen und legen sich lieber gemütlich
auf das alte Sofa anstatt sich auf die Märkte des neuen Jahres zu konzentrieren.
Das Gesetz des Erfolges sagt zwar etwas anderes, trotzdem lassen sich meine Negativgedanken
nicht vertreiben.
Ich hatte bis zum 16. Februar fünfhundert Verträge mit Kunsthandwerkern
für Veranstaltungen 2004 unterschrieben - zusätzlich fast die gesamte
Gastronomie. Die erste kulturelle Mühlenveranstaltung mit dem Kabarett Notdienst
war in drei Tagen ausverkauft. Viele Kunsthandwerker haben fast durchgehend alle
Veranstaltungen bei mir gebucht. Wir haben in meinem Büro gesessen und Verträge
über Verträge abgeschickt, denn komme ich nicht heute, kommt einer anderer
mir zuvor.
Dabei gab es Stunden mit außergewöhnlichen Künstlern wie Paolo
Giannone aus Florenz.
Das Jahr begann für mich also so wie es aufgehört hatte - erfolgreich.
Paolo Giannones Kommentar: Man muss immer sagen, das Geschäft könne noch besser sein,
sonst bekommt man Probleme in diesem Land. Er hatte gerade einen großen
Auftrag aus den USA bekommen.
Erfolg ist natürlich auch ein Frage des Gefühls und jeder fühlt
anders. Wenn man Erfolg personifizieren könnte, käme der Erfolg in
Gestalt eines lieben unaufdringlichen Nachbarn. Man nimmt ihn gar nicht richtig
wahr. Er ist im Moment gar kein großes Geschäft, sondern eine einfache
Idee, die man wieder beiseite schiebt, weil sie so unspektakulär wie der
nette Nachbar von nebenan ist. Erst wenn ein anderer plötzlich die ignorierte
Idee gewinnbringend verwirklicht, staunt man.
Am 22. Januar erschien ein riesiger Bericht im Hamburger Abendblatt unter dem
Titel: Geplant: Kultur zieht in die City, nämlich auf den Hamburger Gerhart
Hauptmann Platz, z.B. "Wine & Art" ein Weinfest mit einem Künstlerdorf.
Na, und? Das läuft in Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) unter "Beste Trave
Weinfest mit Kunsthandwerkern" bereits seit 4 Jahren sehr erfolgreich. Dazu
gehört "Stormarn kocht auf" von der DEHOGA mit 40 Kunsthandwerkern
in Ahrensburg seit 2001 ebenso - ohne großes Aufheben - alle zwei Jahre.
Na, und? Oder Kunst & Handwerk, Kulinarisches & Musik in Scharbeutz/Ostsee
vom 2. - 4. Juli 2004. Kein Thema - alle Veranstaltungen ohne Kulturzuschüsse
und Sponsoren. Wenn ich diese PR für Hamburg lese, weiß ich, wo wir
stehen. Die Frage ist also, wie erkenne ich den Erfolg? Ganz einfach ... lassen
Sie ihn zu. Lassen Sie ihn rein wie Ihren netten Nachbarn, den Sie auch nicht
mit Überschwänglichkeit begrüßen. Der große Erfolg
kommt leise und unaufdringlich, und erst später erkennen Sie: "Mensch,
wer hätte damals gedacht, dass ich damit so erfolgreich werden würde".
Schlagen Sie dem netten Nachbarn Erfolg nie die Türe vor der Nase zu, das
können Sie immer noch, wenn er zu aufdringlich wird. Bitten Sie ihn herein
und hören Sie ihn an.
Das Veranstaltungsgeschäft ist spannender als jeder Urlaub. Warum ich
Ihnen das alles schreibe? Na, denken Sie doch einmal nach! In sechs Wochen fünfhundert
unterschriebene Verträge, Sie setzen doch Vertrauen in meine Veranstaltungen.
Manche von Ihnen ganz unbedarft - ohne mich zu kennen -. Sie sind mein Erfolg,
und meine Veranstaltungen sollen Ihnen Ihren ersehnten Erfolg bringen. Allein
das sind meine Studien schon wert.
Viele Jahre waren Kunsthandwerker bei großen Veranstaltern unbeliebt ...
zu umständlich, eigensinnig, arbeitsintensiv. Sie kamen an in ihren klapperigen
VW Bussen und wollten um 18 Uhr einpacken, wenn das Geschäft abends erst
richtig los ging.
Da war ein richtiger Kerl hinter dem Schwenkgrill schon etwas ganz anderes.
Heute wollen City Manager Henning Albers und Marcus Schreiber von der Behörde
Hamburg Mitte nichts mehr von einer Bratwurst wissen und der zuständige
Veranstalter natürlich auch nicht. Was ist denn schon eine Bratwurst? Des
Rätsels Lösung: Die Menschen haben die Bratwurstveranstaltungen satt
und die inhaltslosen Veranstaltungen insgesamt. Plötzlich schämt man
sich, womit man früher viel Geld verdient hat. Gefragt sind wir, die bescheidenen
Nachbarn von nebenan. Macht gar nichts, wenn die Türe aus dem VW Bus fällt,
Hauptsache keine Bratwurst. Fakt ist, dass die Behörden kaum noch Genehmigungen
für "Bratwurstveranstaltungen" vergeben, es sei denn man bietet
in dem Zusammenhang Kultur an. Also, wenn schon Bratwurst ... dann fein versteckt
... man riecht sie sowieso meilenweit inmitten von Kunst und Kultur und die
Besucher kommen, staunen, stöbern, kaufen und genießen dann ein kühles
Bier und die Bratwurst. Genauso wie zu viel Bratwurst hängt den Menschen
auch das ewig Gespare und die Negativ-Politik "zum Hals" raus und
dann gönnt man sich eben mal wieder etwas - und zwar nur heute und jetzt
- ab morgen wird wieder gespart. Herrlich!
Meine Gastronomie muß sich aber auch nicht verstecken. In Scharbeutz präsentiert
sie sich in Pagodenzelten, und meine Getränke werden aus einer Kutsche
serviert. Es bleibt jedoch immer eine reduzierte Gastronomie im Vergleich zu
anderen Veranstaltungen.
Das alles können Sie und ich bieten. Wer hätte das gedacht: Der nette
Nachbar aus dem Kreis Stormarn. Natürlich kann ich Ihnen nicht alle Geheimnisse
an dieser Stelle verraten. Nur so viel:
Wir liegen so hoch im Kurs, dass ich mich nicht einmal mehr um Veranstaltungen
bewerben muss, sie laufen mir hinterher. An meinem Veranstaltungskalender sehen
Sie, dass ich nicht übertreibe. Eine Teilnahme am Stadtfest im Juni 2004
in Hamburg-Rahlstedt musste ich bereits aus Termingründen absagen. Sie
müssen rechtzeitig buchen und ich auch, mag es für manche Veranstalter
noch so schwer zu verstehen sein. Wir bieten Kunst und Handwerk und sind nicht
zu doubeln. Unser Potential ist begrenzt.
Noch ein Tipp: Machen Sie sich das Leben nicht schwer und vergleichen Sie.
Es hat immer einer mehr und der andere weniger. Sie sind Sie. Sie werden über
Jahre nur am Rande beachtet und plötzlich stehen Sie mit Ihrem Angebot
im Rampenlicht. Das Geheimnis? Frank Sinatra wurde nicht über Nacht berühmt.
Bevor er es wurde, hatte er bereits 20 Jahre Musik gemacht.
20 Jahre habe ich hochwertige Kunsthandwerkermärkte organisiert - seit
vier Jahren bekomme ich viele attraktive Angebote für Gemeinschaftsveranstaltungen
und Sie eine enorme Chance für zusätzliche Veranstaltungen bundesweit
- Tendenz steigend. Ein Flop ist nicht nur ein Flop. Man muß nur aus ihm
lernen und darf ihn nicht wiederholen. Ein Flop heute muss nicht ein Flop morgen
sein - manchmal ist die Zeit nicht reif für eine Idee.
Meine Idee, Ihnen ein informatives kunsthandwerklich ausgerichtetes Verkaufsseminar
anzubieten, hat mich viel Geld gekostet und wurde nicht angenommen. Es war nicht
der richtige Zeitpunkt.
Ich bin von der Idee nach wie vor überzeugt und habe noch einmal viel Geld
in mein Internet gesteckt. Nun versorge ich Sie visuell mit Tipps und Themen,
und Sie können hineinklicken oder es lassen. Es kostet Sie keine Mühe
und keinen Cent. Ich möchte für Sie das Veranstaltungsgeschäft
transparenter machen und ehrlicher. Ich kann Ihnen keine Verkaufsgarantie geben.
Aber ich kann für Sie ehrliche, gute Veranstaltungen organisieren und nebenbei
Denkanstöße geben, die Sie weiterbringen. Die häufigste Frage,
die sich stellt: Wie geht es den anderen Kunsthandwerkern? Es gibt viel mehr
erfolgreiche Kunsthandwerker als man vermutet. Alle müssen mehr tun, aber
haben sich inzwischen mit der wirtschaftlichen Situation arrangiert. Fakt ist
aber und das entspringt nicht meiner unerschütterlichen Zuneigung zu Ihnen
und dem Kunsthandwerk an sich: Die Menschen wollen Kunsthandwerker sehen. Das
ist unsere Chance, denn wir sind der nette Nachbar namens Erfolg von nebenan.
Im Februar 2004
Ihre
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