Elke Baum:
"Wir sind alle aufgerufen, etwas gegen das Nazi-Unwesen zu unternehmen! Das WEGSCHAUEN hätte Deutschland um Haaresbreite ausgelöscht."
Sonnenaufgang über dem See Genezareth
Ca. 1200 Jahre alter Ölbaum im Garten Gethsemane
Basar in der Altstadt Jerusalem
Alle Fotos Copyright © Elke Baum 2011
Ungenehmigte Verwendung ist untersagt.
"In Mecklenburg werden ganze Dörfer von Nazis kontrolliert.
Zum Beispiel Jamel bei Grevesmühlen."
So lautet heute eine Schlagzeile in den Lübecker Nachrichten.
Hitler war nicht wie ein Dämon aus der Hölle gekommen, er ist von Menschen wie du und ich erst zum (Ver-)Führer gemacht worden", schrieb der Journalist Peter Hahne in der BILD am Sonntag am 17. Oktober 2010. Hitler war in Wahrheit eine gescheiterte Existenz, ein unbegabter Pinselquäler aus Braunau und konnte ein ganzes Volk in eine Tragödie von unvorstellbarem Leid und Elend führen.

Israelin Tsipi Lev aus Laucha mit Schmuck und
Bildern aus Israel
Nachstehend lesen Sie, was unsere Ausstellerin Tsipi Lev aus Israel in Laucha im ostdeutschen Sachsen-Anhalt erlebte.
Zunächst als Einführung etwas aus der Presse: ( Der Standard )
Zitat:
Als Leibarzt des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg hatte es der in Laucha geborene Mediziner Gottfried Möbius im 17. Jahrhundert zu einigem Ansehen gebracht. Danach konnte der kleine Ort im ostdeutschen Sachsen-Anhalt jahrhundertelang keine Prominenten mehr bieten. Jetzt aber gibt es in Laucha wieder jemanden, der mittlerweile bundesweit bekannt ist: Lutz Battke, Trainer der Nachwuchsmannschaft im örtlichen Fußballverein BSC 99 Laucha.
Die politische Gesinnung steht Battke praktisch ins Gesicht geschrieben: Nebst Vokuhila-Frisur trägt er ein braunes Hitlerbärtchen. Für die rechtsextreme NPD sitzt der Schornsteinfeger im Stadtrat und auch im Kreisrat. Battkes Engagement im Fußballclub kommt der NPD gerade recht. Seit geraumer Zeit bemüht man sich dort, junge Leute anzusprechen - weniger bei martialisch anmutenden Demonstrationen, mehr "in der Mitte der Gesellschaft", also auf dem Schulhof, in Jugendclubs oder in Sportvereinen. Brandstifter geben sich als Biedermänner, um so vor allem an Jugendliche heranzukommen.
Zehn Jahre lang konnte Battke seine Jugendarbeit mehr oder weniger im Stillen verrichten. Doch dann kam es im April 2010 zu einem äußerst hässlichen Vorfall: Ein 17-jähriger Israeli, der mit einen Eltern in Laucha lebt, wurde von einem 20-jährigen als "Judenschwein" diffamiert und mitten in Laucha verprügelt. Der Angreifer war zuvor jahrelang von Battke trainiert worden. Als der Landessportbund von der Sache Wind bekam, drängte er den BSC 99 Laucha, Battke hinauszuwerfen. Doch dort weigerte man sich. Battke sei "eine Stütze des Vereins", außerdem äußere er sich ja nicht politisch, sondern spiele mit den jungen Menschen nur Fußball. "Battke hat im Verein die volle Rückendeckung, weil wir das Ganze nicht als Politikum sehen", sagt Vereinschef Klaus Wege. In Laucha (knapp 3000 Einwohner) kam die NPD bei der letzten Kommunalwahl auf überdurchschnittliche 13,5 Prozent.
Wenig Rückendeckung hingegen haben Battke und der BSC 99 Laucha beim Deutschen
Olympischen Sportbund (DOSB). Dessen Chef, Thomas Bach, hat den Landessportbund
aufgefordert, Battke die rote Karte zu zeigen. Die Länderfunktionäre wären den Trainer auch gerne los, haben aber rechtlich keine Handhabe gegen ihn: Aus dem Landessportbund können nur Vereine, nicht aber einzelne Mitglieder von Vereinen ausgeschlossen werden.
Fördermittel streichen. Um den Schaden zu begrenzen, will der Landessportbund im September seine Satzung ändern. In dieser heißt es zwar, man wende sich in allen Mitgliedsorganisationen "gegen Rassismus" aber .......
Hier ein ZDF-Bericht zum Thema. Kehrverbot für rechten Schornsteinfeger?
Der zur rechten Szene in Laucha an der Unstrut/Ostdeutschland gehörende Alexander P. hatte am frühen Abend des 16. April 2010 an einer Bushaltestelle einen 17-jährigen Schüler geschlagen, getreten und den Israeli währenddessen als „Judenschwein“ beschimpft. Nachdem Alexander P. von dem Schüler abgelassen hatte, ist dieser weggelaufen, aber kurz darauf von dem 20-Jährigen wieder eingeholt worden. Alexander P. riss ihn zu Boden und trat so lange gegen Kopf und Körper des 17-Jährigen bis ein vorbeifahrender Passant anhielt und dem Schüler zur Flucht verhalf. Der 17-Jährige erlitt u.a. ein Hämatom am Kopf sowie Schürfwunden am Körper und musste im Krankenhaus behandelt werden. Der Überfallene ist übrigens ein Enkel eines der in München 1972 ermordeten israelischen Trainer. Der Angreifer Alexander P. war zuvor jahrelang von Battke trainiert worden.
Bei dem 17-jährigen Schüler aus Laucha handelt es sich um den Sohn unserer Ausstellerin Tsipi Lev, die mit ihren zwei Söhnen und Lebenspartner in Laucha lebt. Diese Brutalitäten haben nicht nur alle deutschen Medien sondern auch die ausländische Presse beschäftigt. Der Schläger musste sich vor Gericht verantworten. Eigentlich wollte ich im Februar mit Tsipi Lev und ihrem Mann nach Israel reisen doch jetzt findet der Prozess im Februar statt.
Meine Reise im Oktober 11 nach Israel

Haifa
Wohl keine Reise ist so voller Gegensätze und Kontraste wie die ins Heilige Land Israel. Von Galiläa über Jerusalem bis zum Toten Meer begegnete ich Geschichte und Gegenwart der drei großen Religionen: des Judentums, des Christentums und des Islams. Der westliche Lebensstil des modernen Tel Aviv und das ultraorthodoxe Judentum im frommen Safed haben mich tief beeindruckt. Ich habe noch nie in meinem Leben konzentriert so viel Vergangenheit und Unterschiedliches gesehen wie in Israel - einschließlich der aktuellen schwierigen politischen Situation Israels.

Geburtskirche Jesu in Bethlehem in Palästina
Tief erschüttert hat mich die Gedenkstätte in Yad Vashem für 2 Millionen Kinder, die von den Nazi-Deutschen 1939- 1945 nach Plan in die Gaskammern geschickt wurden. Yad Vashem steht im Hebräischen für Denkmal und Name und geht auf Jesaja 56,5 zurück: "Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal. Ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird."

Bodenmosaik in der Brotvermehrungskirche aus dem
5.Jahrh.in Tabgha
In Yad Vashem spiegelt sich nur eine Kerze tausendfach in der Dunkelheit in einem Himmel mit zigtausend kleinen Sternen. Ein Gang führt über den scheinbar schwankenden Boden der unterirdischen Halle. Über einen Lautsprecher werden die Namen der ermordeten Kinder verlesen. Vornamen, Nachnamen, Städtenamen. Jeder Name brennt sich in die Seele ein. Jeder Name bedeutet ein ungelebtes Leben, jeder Name ist der Teil eines unfassbaren Grauens. Die Gedenkstätte an diese Kinder in Yad Vashem ist ein Ort, den man nie vergisst, wenn man dort gewesen ist. 6 Millionen, ein Drittel der deutschen Juden, wurden zwischen 1939 - 1945 von den Deutschen in den Tod getrieben. Sie wurden nicht von irgendwelchen Idioten ermordet, nein, von intelligenten oft studierten Deutschen, die zuhause ein braves Familienleben führten und ihre Kinder und Haustiere liebten.

Baha'i-Schrein in Haifa
Das größte Anliegen des Museums ist, vom Leben der Ermordeten zu erzählen, die Anonymität der Namen zu durchbrechen, ihnen ein Gesicht und eine Geschichte zu geben. "Durch die Erinnerung an das Vergangene wird eine Brücke in die Zukunft geschlagen" - so lautet das Motto von Yad Vashem. Und so tritt man am Ende nach draußen auf ein sich weit in die Landschaft streckendes Plateau und glaubt gen Himmel zu fliegen. In die Freiheit und in eine verheißungsvolle Zukunft - eine Zukunft, die für die meisten Überlebenden von damals Israel war.
Wer heute noch wegschaut macht sich an der Vergangenheit mit schuldig - auch wenn er nach 1945 geboren wurde. Die NPD sitzt bundesweit in den Kommunalparlamenten. Haben die Deutschen nicht genug durch ihre Vergangenheit gelitten, dass wir heute in Mecklenburg wieder vor den Nazis flüchten müssen, damit sie dort ungestört ihr Unwesen treiben können?
Hier sind wir alle aufgerufen, um etwas dagegen zu unternehmen! Das WEGSCHAUEN hätte Deutschland um Haaresbreite ausgelöscht.
Ihre
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