Elke Baum
Veranstaltungs- und Kunsthandwerker-Agentur
Theodor-Storm-Straße 8
22946 Trittau
Sind Sie neidisch?
Neid ist ein sehr unangenehmes Gefühl. Wenn wir das Gefühl des Neides in uns spüren, dann fühlen wir uns nicht gut. Auf jeden Fall fühlen wir uns in der schlechteren Position. Wir haben die Überzeugung, im Vergleich mit anderen ganz ungerechtfertigterweise schlechter wegzukommen, ohne die Möglichkeit zu haben, dies in irgendeiner Weise zu ändern. Wir fühlen uns verletzt in unserem Selbstwertgefühl. Zugegeben oder nicht, wir geraten aus unserer Selbstwertbalance und müssen unseren Selbstwert neu regulieren. Wir werden ärgerlich, wütend und destruktiv.Wenn wir neidisch sind, begehren wir etwas, das der andere hat, kann, bekommt, und wir sind sicher, dass wir das nicht haben, nicht sind, nicht bekommen können - und das empfinden wir letztlich als ungerecht und sind ärgerlich über uns selbst.
Wir können es uns jedoch nicht leisten, den Neid weiter auf "die anderen" und uns selbst zu projizieren. Wir müssen lernen, produktiver mit dem Gefühl Neid umzugehen. Und um das zu können, müssen wir den Neid in uns erkennen.
Für das Wort Neid brauchen wir gelegentlich auch das Wort Missgunst. Wenn wir neidisch sind, gönnen wir einem Menschen etwas nicht und sind missgünstig. Das kann Neid auf andere Veranstalter sein, weil wir meinen, sie hätten mehr Aussteller, mehr Veranstaltungen, bessere Ideen oder verdienten mehr Geld als wir. Oder die Aussteller untereinander, weil der eine gerade mehr verkauft oder etwas verkauft, das mehr Erfolg verspricht als das eigene Produkt. Oder der andere Kunsthandwerker verkauft eine Idee, die wir gerne selbst gehabt hätten.
Nur, es lohnt sich nicht, neidisch zu sein. Denn wer in die Fußstapfen
eines anderen tritt, hinterlässt nie einen eigenen Eindruck. Wenn wir die
Wege gehen, die andere bereits vor uns gegangen sind, kommen wir nur da an,
wo andere schon waren.
Also müssen wir uns unseren eigenen Weg suchen. Die Pfade von gestern
sind ausgetreten.
Der Weg von heute ist Luxus pur oder Aldi. Ich war mit meiner Tochter bei Ikea, um für ihre erste eigene Wohnung Möbel zu kaufen. Mögen die einen über Ikeas "Bastelmarke" spotten, so sieht jedoch das wache Auge, dass viele Einzelstücke durch modernes formschönes Design bestechen, und auch dem anspruchsvollen Kunden gerecht werden. Und das auch für junge Leute zu einem bezahlbaren Preis. Ikea ist längst salonfähig geworden.
Wir alle müssen uns auf ein uns ungewohntes Kaufverhalten und ein jüngeres Publikum einstellen. In Bad Oldesloe hat ein neues Möbelgeschäft aufgemacht und die Menschen stehen Schlange und drücken sich die Nase an den Schaufenstern platt.
Neben unerfreulichen Hiobsbotschaften wie die "Karstadt-Pleite" und Schwierigkeiten bei Opel entstehen neben uns erfolgreiche Geschäfte, und Handelsketten wie Ikea machen Riesenumsätze.
Sich mit Neid aufzuhalten, ist ein unsinniger Zustand. Ich kann als Veranstalterin
Eintritt nehmen oder nicht, ich kann "Fressfeste" organisieren oder
Kunsthandwerkermärkte, ich kann Kunsthandwerk pur anbieten oder einen vielfältigen
Mix. Das Marktleben ist bunt und vielfältig. Auf jeder Veranstaltung kann
ich neue Ideen und Einsichten brandaktuell mit einbringen.
Ich muss nicht schau'n: "was macht der andere? " Ich muß mich
fragen: "Was mache ich jetzt und hier. Was mache ich besser, anders oder
spannender. Einmal Misserfolg heißt nicht immer Misserfolg. Vielleicht
war es nur der falsche Zeitpunkt oder sogar das Sprungbrett zum großen
Erfolg.
Keiner sollte sich mit Neid auf andere Veranstalter oder Aussteller blockieren. Kommt er dem anderen tatsächlich auf die Spur seines Erfolges, ist der schon längst wieder weiter.
Es gibt nur ein Erfolgsrezept: Sich auf die eigenen Stärken besinnen und individuelle Wege gehen. Dieser Weg ist immer noch der einfachste.
Ihre
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