"Es geht mir wieder gut" -
Persönliches über den Umgang mit kleinen und großen Krisen
Mit "Gänselieses Frühlingsmarkt" starteten wir in die Saison 2009. Während noch vor einem Jahr in der Zeit des angeblichen Aufschwungs viele Kunsthandwerker und Händler über mangelnde Umsätze klagten, reagieren bis jetzt fast alle Aussteller erstaunlich gelassen auf die weltweite Wirtschaftskrise. Die meisten sind der Meinung, dass wir sie auf unseren Märkten gut überstehen werden. Das bestätigten mir ebenfalls viele bekannte Kunsthandwerker auf dem Kunsthandwerkermarkt im Freilichtmuseum am Kiekeberg in Ehestorf am letzten Wochenende. Übrigens für Kunsthandwerker und Besucher ein sehr zu empfehlender Kunsthandwerkermarkt vor den Toren Hamburgs mit guten Umsätzen und hohen Besucherzahlen. Parkplätze am Sonntag Mangelware.
Während die großen Konzerne und Banken um Gelder und Hilfe vom Staat betteln, jammern und klagen, müssen wir Kleinen unsere Fehlentscheidungen oder Unterlassungen selber verantworten. Bei den Großen wird das deutsche Volk in Generationen die Rechnung der Gier und Fehleinschätzungen unserer Topmanager mit Millionengehältern begleichen müssen. Schließlich sind wir der Staat, der unsere Steuergelder jetzt mit vollen Händen ausgibt und Schulden macht, um die Industrie zu stützen. Im Gegensatz dazu haben sich viele von uns in den letzten Jahren zwischen Bescheidenheit und Hoffnung gequält. Wenn der materielle Druck so enorm ist, dass das tägliche Überleben nicht gesichert ist, hangeln sich einige nur noch von Wochenende zu Wochenende. Das gipfelt manchmal darin, dass sie nicht einmal die Post mehr aufmachen. Dieser materielle Druck ist der Grund, warum sie einen Schleier des Nichtwahrnehmens um sich ausbreiten. Vielleicht hat sich deshalb für uns gar nicht so viel geändert.
In Bad Oldesloe ging jedoch sehr entspannt und locker die erste Open Air Veranstaltung 2009 im wahren Sinne des Wortes über die Bühne.
Viel hat sich in diesen zehn Jahren "Gänseliesels Frühlingsmarkt" in Bad Oldesloe nicht verändert. Man kennt sich aus in unserer Kreisstadt, schließlich ist sie unsere "Pressestadt" mit unseren Stormarner Tageszeitungen. Mit rund vierzig Ausstellern ist "Gänseliesels Frühlingsmarkt" sehr angenehm für mich zu organisieren. So hatte ich viel Zeit für persönliche Gespräche mit unseren Ausstellern. Es fanden sich auch andere Veranstalter zum Meinungsaustausch ein. An diesem Wochenende ein ganz besonderer, der große Europafestivals im In- und Ausland in den letzten Jahren organisierte und jetzt nach drei Jahren Veranstaltungen aus England nach Deutschland zurückkehrte. "In England ist kein Geld mehr zu verdienen", war seine Aussage und "Elke Baum gibt es immer noch........????"
Und wie es sie gibt! Erstmals seit zwei Jahren konnte ich "Gänseliesels Frühlingsmarkt" ohne Rückenschmerzen, die bis in den kleinen Zeh ausstrahlten und ohne starke Medikamente organisieren. Jeder Schritt traf in der Vergangenheit meinen Rückenmarksnerv sehr empfindlich.
Viele Telefonate und Gespräche 2009 begannen mit "Wie geht es Ihnen?" "Gut geht es mir", und ich kann es selber kaum glauben. Die letzte Information meines Hausarztes kurz vor Weihnachten war die Adresse des Klinikums Neustadt - Operation. Zu verdanken habe ich meine neu gewonnene Gesundheit der Kurparkklinik in Überlingen am Bodensee - Fachklinik für ernährungsabhängige Krankheiten, Heilfasten, Naturheilverfahren und Diabetologie. Innerhalb von wenigen Wochen wurde ich zu einem gesunden, vitalen und beweglicheren Menschen. Seitdem ernähre ich mich mit biologischer Vollwertkost und habe ohne zu hungern bereits 15 kg abgenommen. Ich habe kaum noch Rückenschmerzen. Meine Seele hat sich von dem ganzen Veranstaltungsmüll befreit. Ich hatte immer wieder in Abständen Probleme, als Veranstalterin auf Gewinn und Verlust reduziert zu werden. Unverdient ist man für den einen die Beste aller Besten, während man von dem anderen, dessen Umsatz nicht so gut wie erwartet läuft, schlecht geredet wird. Das kennt jeder Veranstalter und irgendwann arbeitet man aufgrund vieler Enttäuschungen seelenlos seine Veranstaltungen ab. Man musste sich in den Jahren gegen zu viele Angriffe - oft unberechtigte - und unsinnige Auflagen seitens der Behörden - schützen, und damit begann ein Teufelskreis. Jeder greift zu anderen Tröstern. Ich hatte zu wenig Bewegung, zu kalorienreiches Essen und habe meinen Frust mit zu viel Arbeit kompensiert. Niemals hätte ich vorher gedacht, dass ich freiwillig weder ins Internet sehen, noch Wirtschaftmagazine lesen, sondern am Nachmittag drei Stunden sehr wohltuend schlafen oder statt dessen schwimmen gehen würde. Ich habe nicht nur Pfunde Stressspeck verloren, sondern spüre mich wieder als Einheit von Körper und Seele. Das habe ich alles dem Team und Therapeuten der Kurparkklinik in Überlingen zu verdanken. Hier war ich für niemanden verantwortlich, sondern für mich ein kompetentes professionelles Team mit ihrem Chefarzt Dr. Hölz an der Spitze - jeden Tag aufs Neue - ausschließlich zu meinem Wohlbefinden. Jeden Tag denke ich neu: "So fühlt sich ein Tag ohne Schmerzen an!" Während mein Kopf mich zu keiner Zeit in Stich gelassen hatte, spürte ich meinen Körper nur noch als Schmerz und mehr und mehr verlor ich an Lebensqualität. Jeder Gang von A nach B wurde sorgfältig geplant, und die letzten Märkte 2008 hatte ich fast im Sitzen eingeteilt. Starke Schmerzmittel halfen schon lange nicht mehr. Als ich nach der langen Reise durch Deutschland am Ankunftstag abends vor Dr. Hölz in seiner Praxis in der Kurparkklinik am Bodensee saß, kullerten bei mir nur noch die Tränen.
Ich war mit meinen Rückenschmerzen körperlich, seelisch und mental am Ende! !
Dr. Hölz lebt für seine Patienten so wie ich für meine Veranstaltungen. "Sie kommen fünf Minuten vor zwölf. Aber im viertel Jahr können Sie wieder hüpfen." Ich konnte es nicht fassen. Bereits nach vierzehn Tagen Heilfasten war ich ein neuer Mensch. Da staunte selbst der erfahrene Chefarzt Dr. Hölz.
Jetzt fällt es mir schwer in mein gewohntes Tempo zu starten. Während ich am Computer sitze, denke ich: "Wen interessiert es, was du schreibst. Geh' in dieser Zeit zum Schwimmen, und du hast mehr davon." Unter dieser Prämisse werde ich vielleicht in Zukunft weniger über meine Veranstaltungen im Nachhinein berichten. Der Mann an meiner Seite sorgt auf meinen Märkten nicht nur zuverlässig für Strom und Wasser, nein, er ist der "FI-Schalter" in Person. Alles andere auf den Märkten interessiert ihn nicht wirklich. Er ist fest verwurzelt mit Haus und Garten, und schüttelt immer nur den Kopf über meinen Aktionismus. Als Techniker fertigt er erst eine Zeichnung an, bevor er ein Projekt beginnt. Er passt so gar nicht in die Familie der oft unorganisierten Kunsthandwerker. Tief in seinem Herzen hatte er auf seine Zeit ohne Märkte mit mir gewartet. Dass er davon jetzt wieder ein Stück weiter entfernt ist, treibt ihn mit mir in die Möbelhäuser - nach dem Motto jetzt oder nie!!
Auf der Titelseite der Lübecker Nachrichten vom 14. März stand: "Mitten in der Krise: Boom in Möbelhäusern. Händler melden Zuwächse bis zu 18 %. Verbraucher setzen auf hochwertige, luxuriöse Ware. Die Menschen kaufen, um ihre Umgebung schöner zu gestalten und greifen dafür sogar tief in ihre Sparschatulle." Es könnte auch sein, dass es der Möbelbranche so gut geht, weil es die Krise eben doch gibt. Psychologen sprechen vom "Cocooning" - Effekt. Das ist der Wunsch des Menschen, sich in sein Häuschen zurückzuziehen, sich in einen Kokon einzuspinnen, wenn die Welt um ihn herum zusammenbricht. Halt bietet hier das eigene Zuhause. Das wäre eine Erklärung dafür, warum sich in diesen Tagen insbesondere teures und luxuriöses Mobiliar sehr gut verkaufen lässt. Der von Krisengerede zugetextete Zeitgenosse belohnt sich selbst. Es ist die Arznei gegen die Angst und Wut über die Verantwortlichen, und dazu gehöre ich auch bevor unsere Ersparnisse durch eine Inflation oder Deflation verbrannt werden könnten. Auch ich habe das Gefühl: Jetzt ist Schluss mit sparen..... jetzt gönnst du dir etwas. Hier übertreibt die Presse nicht. Wir konnten uns gegen diese Krise nicht schützen, und jetzt richten wir uns zuhause in ihr gemütlich ein und lassen es uns gut gehen. Wir können doch sowieso nichts ändern.
Für uns auf den Märkten ist diese Botschaft aber nicht unbedeutend. In Krisenzeiten ist Qualität gefragt. In der Kurparkklinik in Überlingen wurde mein Schmuck (ausschließlich auf meinen Kunsthandwerkermärkten gekauft) derart bewundert, dass meine Tischnachbarinnen umgehend in die Stadt eilten, um sich mit Schmuck und Garderobe einzudecken - ebenfalls auf unseren Ausflügen nach St. Gallen/Schweiz. Wer heute auf den Kunsthandwerkermärkten ausgefallene Textilien anbietet oder Schmuck wird mit Sicherheit in den nächsten Jahren gute Umsätze erwirtschaften. Warum? Es gibt in den städtischen Ladenketten (auch in der Schweiz) immer nur den eintönigen Modeeinheitsbrei. Kunsthandwerkermärkte gehören bei uns zum Lebensstil dazu wie Aldi, Famila und Edeka. Man geht auf den Markt und wenn man findet, kauft man auch. Setzen wir also weiterhin auf Qualität.
Bitter wird jetzt für einige Aussteller, dass das Husumer Krokusblütenfest seit einigen Wochen ausgebucht ist. Hat man sich in den letzten Jahren angewöhnt, die unterschriebenen Verträge erst kurz vor Veranstaltungsbeginn zuzuschicken, muss man jetzt feststellen, dass in Husum nichts mehr geht. Das kann ich leider nicht ändern. Eines kann ich Ihnen jedoch versprechen: Ich werde jede Veranstaltung in diesem Jahr wie gewohnt durchführen, selbst wenn sie unsere Veranstaltungskosten nicht erwirtschaften kann. Gerade hier werde ich in der Werbung noch einmal zulegen - wie zum Beispiel bei den Bad Bramstedter Schlossimpressionen am 18. und 19. April. Das bedeutet für unsere Aussteller, dass die kleinen Veranstaltungen genau so wie die großen beworben werden. Meine Veranstaltungstaktiken und neuen zusätzlichen Pressenischen 2009 werde ich jedoch nicht im Internet preisgeben. Gehen Sie jedoch davon aus, dass ich begehrte Anzeigenflächen bereits fest gebucht habe - ebenso wie ich mit führenden Veranstaltern in Deutschland ständig in Verbindung stehe, um die Lage der Märkte zu analysieren und besprechen. Sollte es etwas geben, das Sie wissen sollten, werde ich Sie sofort darüber unterrichten. Viele Aussteller rufen mich an und wollen wissen, ob ich wieder den Kunsthandwerkermarkt in Bernkastel- Kues organisiere: Der Kunsthandwerkermarkt in Bernkastel- Kues im letzten Jahr schien dem Schausteller Zimmer so erfolgreich, dass er höhere Flächennutzungsgebühren für 2009 von mir wünschte. Aufgrund des notwendigen Sicherheitsschutzes mit mehreren Personen in den Nächten und der damit verbundenen hohen Kosten habe ich dieses Anliegen jedoch abgelehnt. Jetzt organisiert Schausteller Zimmer den Kunsthandwerkermarkt selber. Schauen wir einmal, wie weit er kommt ....... oder glaubt nur irgendein Kunsthandwerker, er wird sich für die einzelnen für die Kunsthandwerker so wichtigen und für einen Schausteller unwichtigen Belange einsetzen? Durch die weltweite Wirtschaftskrise werden die Touristen aus dem Ausland in Bernkastel-Kues in diesem Jahr auch nicht mehr Geld zur Verfügung haben als die deutschen im Norden an der Küste. Jeder Veranstalter, der bisher meinte, meine Ausstellerliste für sich nutzen zu können, um den Markt anschließend alleine durchzuführen, ist gescheitert. Man denke nur an den KulturLustWandel in Bad Bevensen 2008, der zu einer Katastrophe wurde und in diesem Jahr nicht mehr stattfindet.
Veranstaltungsfavoriten 2009 sind wie in den letzten Jahren wieder die großen Märkte in Trittau um die Wassermühle, das "Fest der Kunsthandwerker" in Wohldorf-Ohlstedt und der Historische Jahrmarkt in Kornelimünster/Aachen zusammen mit dem neuen Promenadenfest in Düsseldorf - letztere gemeinschaftlich mit dem Hauptveranstalter Roncalli Markt GmbH. Immer noch wartet der Weserpark in Bremen auf die Genehmigung zur Öffnung der Geschäfte am Sonntag, dem 1. November 09. Das Management rechnet mit der Entscheidung der Behörde noch im März. Ich werde Sie sofort informieren.
In der Krise scheinen die Menschen auch mehr Geld für Kultur auszugeben. Seit Herbst 2008 sind meine Konzerte und kulturellen Programme in der Trittauer Wassermühe - die ich für die Gemeinde Trittau organisiere - bei jeder Vorstellung weit im Voraus ausgebucht. Wer sich nicht rechtzeitig Karten reservieren lässt, hat hier das Nachsehen. Hier veröffentlichen wir im Internet neutral Frau Pantelmanns Presseberichte für die Wochenzeitung MARKT.
Alles in allem hatten wir einen übergangslosen und sehr guten Start in das Jahr 2009 und konnten alle gewünschten Verträge unseren Ausstellern umgehend zusenden. Das Team der Kurparkklinik in Überlingen mit Dr. Hölz an der Spitze kann gar nicht ermessen, welche glücklichen Dimensionen dieser Aufenthalt auch für hunderte Aussteller in diesem Jahr haben wird ....... nämlich eine entspannte und fröhliche Veranstalterin. "Wir sind gespannt wie Sie aussehen, wenn wir uns Ostern in Trittau wieder sehen", riefen mir die "Schöttler-Damen" in Bad Oldesloe zum Abschied zu.
Meine Damen, eine Gazelle werde ich mit Sicherheit nicht. Aber wenn es jetzt weniger Veranstaltungs- Nachberichte geben sollte, wissen Sie: Ihre Veranstalterin tummelt sich statt über Menschen & Märkte zu schreiben lieber im Schwimmbad!! Freuen werden sich auch die Kunsthandwerker mit Schmuck. Nie hätte ich gedacht, dass auch der Hals um einiges schlanker wird. Und für ihn brauche ich jetzt kürzere farbenfrohe Ketten. Dem von der Kurparkklinik in Überlingen angeregte Impuls zur Lebensstilkorrektur werde ich jetzt auch ein farbenfrohes Gesicht geben.
Für die kommende wärmere Jahreszeit schneidert mir die Designerin Loulou Etoile aus Hamburg ein wunderschönes knallrotes "Chasuble" aus wunderschönem Material. Jeder Mensch hat andere emotionale Gründe etwas zu kaufen, was er gar nicht braucht. Ich bin das beste Beispiel für viele andere Kunden.
Wer auch einmal eine AUSZEIT nehmen möchte, kann mich gerne anrufen, und ich werde ihn in Sachen Ernährung beraten und über die Erfolgstherapien der Kurpark Klinik in Überlingen berichten. Übrigens: Alles zu einem soliden Preis/Leistungsverhältnis, denn ich habe die Kur privat bezahlt.
Danke, Dr. Hölz mit Therapeuten und Team ...... Sie haben mich gerettet!
Als am 14. März die französische Band Le Clou in der Trittauer Wassermühle das Publikum mit ihren Songs einheizte, das Publikum vor Begeisterung von den Stühlen sprang und ausgelassen tanzte, war auch bei mir kein Halten mehr. "Sie sind ja heute außer Rand und Band" meinte unser Trittauer Exbürgermeister Jochim Schop perplex. Das größte Glück ist eben gesund zu sein!
Ihre
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