Elke Baum
Veranstaltungs- und Kunsthandwerker-Agentur
Theodor-Storm-Straße 8
22946 Trittau
"Strengen wir uns 2007 gemeinsam an."
"Anstrengende Veranstalter" werden oft negativ, als belastend, nervend oder strapazierend empfunden und auch so interpretiert. Was uns das Wort "anstrengend" jedoch sagt ist: Da strengt sich jemand an. Gehen wir zu einem Arzt, einer Autowerkstatt, zu irgendeinem Dienstleister, der sich nicht anstrengt? Ich jedenfalls nicht!
Also strenge ich mich als Veranstalterin für die Aussteller an, die meine Veranstaltungen buchen. Sie sind meine Geschäftspartner - hier auf diesem Markt - danach können alle machen, was sie wollen. Dafür stehe ich für die Behörde oder meinen Auftraggebern in der Pflicht und privat mit einem großen finanziellen Risiko da. Als "anstrengende" Veranstalterin ist mir eben nicht egal, wie sich der Markt präsentiert. Wenn ich mich anstrenge, dann erwarte ich es von den Ausstellern ebenso. Denn wenn wir uns gemeinsam nicht anstrengen wollen, bleiben wir doch lieber gleich zu Hause und machen es uns gemütlich. Jeder, der heute in der freien Wirtschaft einen Job hat, ob Manager oder Auszuführender, muss ich sich anstrengen. Wir etwa auf unseren Märkten nicht? Nur, weil wir glauben wir hätten uns für eine freiere Arbeitswelt entschieden als die anderen, können wir machen was und wie wir es wollen? Irrtum!
Wir müssen uns verdammt anstrengen, weil wir unseren Gewinn in kurzer Zeit erwirtschaften - während sich unsere Kunden dieses Geld in einer langen Arbeitswoche verdienen müssen.
VerkäuferInnen in den Geschäften arbeiten von morgens früh bis abends spät - oft bis um 20.00 Uhr - danach kommt die Kassenabrechnung - mit kurzen Pausenzeiten am Tag oft sechs Tage in der Woche. Unsere Verkaufszeit für den Kunden beschränkt sich auf ein Wochenende und manchmal hier auch nur auf ein paar Stunden, wo es richtig gut läuft. Da muss ich doch in dieser kurzen Zeit an meinem Stand gepflegt präsent sein, oder? Als Veranstalter habe ich dafür Sorge zu tragen, dass alles rund läuft und nicht irgend ein Auto aus Bequemlichkeit den Stand oder gar den Veranstaltungseingang versperrt. Dass die vorführenden Kunsthandwerker auch vorführen und dass das Rahmenprogramm beginnt, wenn die Besucher vor Ort sind. Ich muss ansprechbar für die Presse sein und auch detailliert Auskunft über die Veranstaltung geben können u.s.w. und so fort. Auch schon erlebt, dass ein Besucher einen Zuckerschock bekommt und vor einem Stand zusammen bricht und der Krankenwagen kommen muss oder der Hutdesignerin Zeissberger ein Hut gestohlen wurde und die Polizei anrücken mußte. Selbstverständlich muss ich für alle Eventualitäten als Veranstalter mit einem Elektriker während der gesamten Veranstaltung vor Ort sein. Wenn ich als Aussteller die Veranstaltung mit meinem Standgeld bezahle, erwarte ich eine Dienstleistung. Wofür bezahle ich denn? Dass dem Veranstalter alles egal ist und jeder machen kann, was ihm gerade einfällt oder bequem erscheint? Oder bezahle ich dafür, dass der Veranstalter sich gar nicht erst sehen lässt? Bezahle ich für ein unerfahrenes Hänschen statt für einen gestandenen Veranstaltungshans?
Das Veranstaltungsgeschäft wird ständig unkalkulierbarer (z.B. die langen Öffnungszeiten der Geschäfte am Sonnabend und Sonntagsöffnungen in den Städten.) oder das Überangebot von Veranstaltungen insgesamt. Es gibt immer jemanden, der besser ist, der attraktivere Veranstaltungen im Programm hat, der mehr verdient oder eine geniale Idee hat, die man vielleicht selber schon lange hatte und nicht umsetzte.
Und immer wird es den unbekannten Seiteneinsteiger geben, der plötzlich die gesamte Veranstaltungsszene in Erstaunen versetzt. Oder den Kunsthandwerker, der etwas Neues auf den Markt bringt und den tollen Umsatz der ersten Stunde für sich buchen kann, bevor die Trittbrettfahrer den Markt kaputt machen (Beispiel die Kugelspirale).
Aussteller und Märkte stehen im Wettbewerb mit dem Handel, großen Einkaufszentren und inzwischen künstlichen Erlebniswelten. Hier gibt es auf meiner homepage einen Bericht aus dem Hamburger Abendblatt vom 28. Oktober 06 "Die Schattenseiten der Shopping Center".
Veranstalter stehen im Wettbewerb mit Werbe- und Eventagenturen, mit jungen dynamischen Möchtegerns und der adeligen Welt, die zur Renovierung und Unterhaltung ihrer Schlösser und Gutshöfe Einahmen durch Veranstaltungen mit Eintrittsgeldern brauchen.
Händler stehen im Wettbewerb mit einer gesättigten Konsumgesellschaft. Das muss z.B. zurzeit selbst der erfolgsverwöhnte Hamburger Konzern Tschibo mit seinem Gebrauchsartikelhandel feststellen. Hier wächst die Konkurrenz der Discounter, und der Markt ist einfach gesättigt. Das gleiche Problem haben wir auf unseren Märkten doch auch.
Es ärgert mich wie da noch Gastronomen, Händler oder Kunsthandwerker glauben können, ihr Geld nebenbei als Freizeitbeschäftigung, ohne sich anstrengen zu müssen, verdienen zu können. Wer die Nacht durchzecht, im Auto übernachtet und ungewaschen seinen Kunden am nächsten Tag morgens um 11.00 Uhr gegenüber tritt, sollte in manchen Fällen seinen Mund lieber gar nicht erst aufmachen. Es könnte fatale Folgen haben. Auf weitere Beispiele möchte ich an dieser Stelle verzichten.
Alle erfolgreichen Veranstalter und Aussteller, die ich kenne und die gutes Geld verdienen sind diszipliniert, engagiert, informiert und STRENGEN SICH AN. Ohne Fleiß kein Preis, hat meine Oma schon gesagt und das zu Zeiten des Wirtschaftswunders in Deutschland. Mittelmaß reicht heute leider nicht mehr aus.
Ihre
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