Elke Baum
Veranstaltungs- und Kunsthandwerker-Agentur
Theodor-Storm-Straße 8
22946 Trittau
"Basar der Kunsthandwerker" auf Schloss Burg in Solingen 2005
Den "Basar der Kunsthandwerker" Ende Oktober auf Schloss Burg in
Solingen organisiert der neue Direktor von Schloss Burg, Dr. Stefan Geppert.
Der Kunsthandwerkermarkt besteht seit 1978. Der "Basar der Kunsthandwerker"
auf Schloss Burg ist einer der ältesten traditionellen Kunsthandwerkermärkte
in Deutschland. Das erste Mal habe ich diesen Markt 1984 besucht, und er sollte
mich nicht wieder loslassen. Seinerzeit konnten die Kunsthandwerker von drei
Kunsthandwerkermärkten im Jahr leben: Dem Flachsmarkt in Krefeld, dem Klosterfest
in Cismar/Ostsee und dem "Weihnachtsbasar auf Schloss Burg" in Solingen
über 10 Tage. Auf meinem damals unbedeutenden Kunsthandwerkermarkt in Trittau
ließ man allenfalls die Seele baumeln, und ich hätte am liebsten
jedem Besucher persönlich die Hand geschüttelt und begrüßt:
"Danke für ihr Kommen, Sie sollen es nicht bereuen!". Ich wusste
damals noch nicht, dass sich Kunsthandwerker auf dem Markt auf dem sie sich
gerade befinden über Märkte der Vergangenheit oder die kommenden diskutieren
- niemals jedoch über den gegenwärtigen. Dadurch fühlte ich mich
in Trittau noch unbedeutender als ich es ohnehin schon war.
Ich war damals auf Schloss Burg überwältigt von der Ausstelleranzahl,
von der hervorragenden Qualität des Kunsthandwerkes und fasziniert von
den Menschenmassen, die auf das Schloss zuströmten. Der "Weihnachtsbasar
der Kunsthandwerker auf Schloss Burg" wurde zum Motor meines Ehrgeizes
in Trittau. Er wurde mir zu einem übergroßen scheinbar unerreichbarem
Vorbild. Ich stand unten am Eingang des Schlosses und schwor mir: "So will
ich es in Trittau auch".
nämlich diese Menschenmassen.
Mein Mann hat damals an meine Stirn getippt und mich gefragt, ob ich noch bei
Trost oder es gar der Beginn von Größenwahn sei. Der Kunsthandwerkermarkt
auf Schloss Burg wurde zur Meßlatte meines Ehrgeizes in Trittau. Jahr
für Jahr fuhr ich nach Solingen um mich an diesem Markt zu erfreuen und
natürlich zu messen. Die Aussteller tuschelten hinter meinem Rücken:
"Da ist sie wieder, die Frau aus dem Norden".
Heute sagen die Aussteller: "Elke Baum ist da - wie jedes Jahr".
Den Kunsthandwerkermarkt auf Schloss Burg besuche ich heute wie einen vertrauten Freund. Ich habe ihn längst eingeholt - wahrscheinlich überholt - in Trittau. Aber in diesem Jahr schrieb das Solinger Tageblatt sollten die ursprünglichen Auswahlkriterien wieder konsequenter angewendet werden. Bis auf wenige Ausnahmen sollten nur reine Kunstschaffende und Handwerker zugelassen werden. Statt wie im letzten Jahr 40 Schmuckstände sollten es nur noch 25 werden. Außerdem sollte der Markt mit 35 neuen Teilnehmern ein neues und frisches Gesicht bekommen. Geschieht hier etwas, das mich wieder in den alten Begeisterungstaumel versetzen würde und mir meine Grenzen im Norden aufzeigt? Ich war gespannt.
Auf der attraktivsten Terrassenfläche des Burggeländes kann man über das bergische Land blicken - wunderschön bei diesem sonnigen Herbstwetter. Hier steht immer die Gastronomie der Veranstaltung. Seit Jahren sind das hässliche Gastronomieanhänger an der schönsten Aussicht über das bergische Land. Für mich unvorstellbar. Es gab Zeiten, wo hier der Bonbonmacher und viele außergewöhnliche Außenstände standen. Das ist jedoch schon lange her. Aber in diesem Jahr hat es mir "den Anblick verschlagen". Neben einem mittelalterlichen Flammkuchenstand reihte sich ein riesiger Bauwagen, Packwagen oder was es auch war und versperrte die Aussicht in das Tal. Undefinierbar zu beschreiben, es war an Hässlichkeit nicht zu übertreffen.
Besucherzahlen und Umsätze hielten sich in Grenzen, aber wir hatten ja
auch erst den zweiten Veranstaltungstag. An den Glanz der Vergangenheit können
sich nur noch die wenigen alten Ausstellerinnen wie Kirstin Schmid erinnern,
die von Köln nach Egestorf in den Norden gezogen ist. Etwas wehmütig
trauerte ich dem freudigen Herzklopfen nach, das ich vor vielen Jahren verspürte,
wenn ich diesen Schlosshof betrat.
Weil mir der kunsthandwerkliche Kick fehlte, ließ ich mich zu dem Besuch
eines Kunsthandwerkermarktes in Lindlar hinreißen. Man hatte mich gewarnt,
aber ich dachte unter 90 Kunsthandwerkern würde ich doch mindestens drei
finden, die ich noch nicht kannte. Also auf nach Lindlar Köln Ost A 4,
Richtung Olpe u.s.w.
Ich betrat eine Turnhalle. Eintritt zahlte ich für 90 Kunsthandwerker 3,00
Euro. In dieser Turnhalle saßen hinter 3 Meter Tischen tatsächlich
Rücken an Rücken 90 Hobbyisten.
Und unter diesen Hobbyisten fand ich dann sechs Kunsthandwerker, die auch bei
mir im Norden ausstellen. Traute Conrad aus Engelskirchen konnte es kaum fassen.
Elke Baum in Lindlar?
Jeder versuchte sich zu rechtfertigen, wieso er oder sie hier unter den Hobbyisten
ausstellte. Ja, so ist das eben. In Trittau stellt man Ansprüche auf alles
und jedes und hier sitzt man eng an eng unter Hobbyisten. Überführt!
Es dauerte nicht lange und eine sehr nette Veranstalterin stellte sich vor.
Sie nimmt 18,00 Euro pro Meter x 2 Tage. Mehr kann sie auch nicht nehmen. Ein
Teil des Eintritts geht auch weg für soziale Einrichtungen. Man muss sich
nicht rechtfertigen. Dekorationen oder gar Blumenschmuck am Eingang scheint
man hier nicht zu kennen. Diese Veranstaltung gibt es seit 17 Jahren immer Ostern
und im Herbst. Besucher konnte ich kaum entdecken und irgendwie standen wir,
die uns kannten, unter uns in der Masse der Hobbykunsthandwerker als wären
wir in Trittau und nicht in Lindlar.
Ich hatte diese Art von Veranstaltungen fast vergessen. Sie gehören den
Hobbyisten und haben sich im Norden überlebt. Sie gehören im Norden
zu den Hobbyausstellungen der Volkshochschulen - Eintritt in der Turnhalle selbstverständlich frei.
Ihre
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