Elke Baum
Veranstaltungs- und Kunsthandwerker-Agentur
Theodor-Storm-Straße 8
22946 Trittau
BERICHTE UND MEINUNGEN
Mein Rückblick 2004
Es war ein arbeitsreiches Jahr 2004. Die Weltwirtschaft boomt wie ein viertel Jahrhundert nicht mehr und Deutschland scheint wie abgeschnitten. Das gute Ergebnis des Einzelhandels im Dezember lässt nur zaghaft hoffen. Wer ein gleich gutes Ergebnis wie 2003 erreichen wollte, musste noch einmal mehr zulegen. Die Steuer vor- und rückwärts frisst kleine Firmen auf, und man fragt sich, ob man für Herrn Eichel arbeitet oder für wen? Wer als Veranstalter nur wenige Märkte im Jahr anbietet, muss sehr genau abwägen wie viel Geld er für Betriebskosten bereit stellt. Während er noch vor Jahren Märkte aufbauen und am Ende eine Mischkalkulation aufstellen konnte in der Hoffnung, dass sich die neuen Märkte in den nächsten Jahren entwickeln würden, wird heute eines Besseren belehrt. Es entwickelt sich nichts mehr nach vorn. Sinnvoll ist es also mit den gut laufenden Veranstaltungen sein Geld zu verdienen und die schwachen abzugeben. Mehr als zwei neue Märkte anzunehmen frisst die Gewinne der übrigen auf. Mit vier neuen Veranstaltungen 04 waren meine Erwartungen auch höher als das tatsächliche Ergebnis. Über Gewinne spricht man nicht in diesem Land - über Verluste jammert man jeden Tag. Die Gewinne sind lange nicht so hoch - wie sie sein sollten - und so schlecht, wie viele tun, sind sie eben auch wieder nicht. Es fehlt jedoch das "Aha" - Erlebnis - einmal gut verdienen, wo man nicht mit gerechnet hat. Alles ist mühsam und zäh - und nur, wer einen langen Atem hat, hält durch. Die vielen Neider, die denken, Veranstalter oder Händler stecken sich die Taschen voll und selber unfähig sind, über einen 8-Stunden-Tag hinaus zu denken, multiplizieren sich immer schneller. Wer ist besser oder hat neue Ideen? Alles ist schon gewesen. Es gibt ein Überangebot von Veranstaltungen und zu wenig Geld, alle zufriedenstellend zu bedienen. Auf manchen Veranstaltungen bleiben die Besucher bereits aus. Mehr Veranstaltungen oder bestehende größer auszubauen ist hier die Frage für 2005.Letztere Variante geht immer zu Lasten der Aussteller - für zu wenig Vielfalt - geht kein Mensch aus dem Haus. Hier gibt es die einzige Veränderung wie, mehrere unterschiedliche Veranstalter arrangieren zusammen ein Event, wie z.B. die Baltic Sail in Travemünde/Ostsee. Zu dem Ideenmangel kommt noch die Überalterung unserer Gesellschaft. Junge Leute von heute müssen mit weniger Geld auskommen und haben andere Interessen als die Älteren in jüngeren Jahren. Städte sollen belebt werden, aber ihre Gebühren bedingt durch leere Kassen, vergraulen selbst den bescheidensten Veranstalter.
So weit - so gut. Positive Berichte gibt es aus zuverlässiger Quelle aus dem gehobenen Eventbereich. Große namhafte Firmen geben wieder mehr Geld für Events, Messen und Präsentationen aus. Wenn die Großen Auftrieb bekommen, bleibt auch für die Kleinen mehr übrig. Kleine Agenturen wie ich tummeln sich im Nischenbereich und bieten unter anderem kunsthandwerkliche Detailveranstaltungen an. Das Problem leider hier, die attraktivsten Termine sind mit eigenen Veranstaltungen belegt und interessante Gemeinschaftsveranstaltungen wie eine große Pfingstveranstaltung 05 in Magdeburg musste deshalb abgelehnt werden. Nachteilig für eine kleine Agentur ist ebenfalls, dass sie zu sehr mit dem Tagesgeschäft beschäftigt ist. In jeder mittelständischen Firma gibt es ein beratendes Team oder einen Geschäftsführer. Ich habe statt dessen scharfsinnige und verschwiegene Vertraute aus dem Veranstaltungsgeschäft an meiner Seite mit denen ich einen lebendigen Erfahrungsaustausch pflege.
Der Kopf muss frei sein, um sich immer wieder neu zu positionieren. Hierfür eignen sich besonders die Tage "zwischen den Jahren" und der neue Jahresbeginn. Spätestens wenn die Weihnachtsmärkte ihre Pforten schließen, beginnt die neue Auswahl der Veranstaltungen 2005.
Wie heißt es so schön im Volksmund "Der frühe Vogel fängt den Wurm".
Ihre
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