Ein leichter Druck...
Originelle Taucherfiguren
Es geht auch riesengroß...
Faszinierte Kinder in Südafrika.
Bumerangs für Profis
Fotos © Siggi Hauch
Heute:
Glasbläser
Anfertigung vom Flaschentauchern und Wurfhölzern
Elke Baum:
Hallo Siggi, wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Sie leben jetzt in Bochum, aber soweit ich weiß, ist das nicht Ihre eigentliche Heimat.
Siggi Hauch:
So ist es, ich komme ursprünglich aus Rheinhessen, einer berühmten Weingegend. Man könnte sagen, wie kommt so einer nach Bochum. Aber mir war es in dieser stark landwirtschaftlich geprägten Gegend auf die Dauer nicht interessant genug. Mich hat es schon mit 20 Jahren in andere Gegenden Deutschlands gezogen, z.B. nach München und Berlin. Dort gab es eine lebhafte Szene auf den Märkten im Bereich Kunsthandwerk. Es hat mich von Anfang an dort hingezogen.
Sie sind vorführender Kunsthandwerker mit mundgeblasenem Glas. Ihre Flaschentaucher sind auch aus Glas. War das immer schon Ihr Metier?
Nein, so nicht. Was mich immer schon interessiert hat, sind natürliche Werkstoffe und ihr physikalisches Geheimnis. Das ist schließlich der Anfang aller Technik. Da ich mich sehr früh schon für den Werkstoff Holz interessiert habe, war für mich das Thema Wollverarbeitung mit Spinnrädern und die Weiterverarbeitung mit Webstühlen damals im Mittelpunkt meines Interesses. Ich fing an, so etwas zu bauen. Damals waren wir langhaarige Exoten auf den Märkten, aber Sdie Leute fingen langsam an, sich für unsere Arbeit zu interessieren und mir hat es Spaß gemacht. Das war der Anfang des Öko-Trends. Auch Holzspielzeug war ein Artikel, der immerhin fünf Jahre gut ging und darüber bin ich dann auf die Anfertigung von Bumerangs gekommen.
Da kam die Physik dann wieder ins Spiel...
Genau, Wurfhölzer sind dafür ein weites Feld. Ich habe lange daran getüftelt und darüberhinaus durch eine besondere Farbgebung - die Airbrush-Technik - den Bumerangs ein neues Outfit verpasst. Dieser Bereich ist mein zweites Geschäftsfeld geworden.
Womit wir zu den Flaschentauchern kommen. Das hat ja eigentümlicherweise viel mit Glas zu. Erzählen Sie mal.
Gern, auch hier kommt wieder Physik ins Spiel. Aber zunächst muss ich sagen, dass mich Glas schon immer interessiert hat. Dann kam noch ein Zufall dazu: Ich lernte vor vielen Jahren einen alten Glasbläser kennen. Das war ein besonderer, sehr freidenkerischer Mensch. Durch ihn kam ich dahinter, dass Glasbläser etwas geheimniskrämerisch sind und gewöhnlich ihre besonderen Erfahrungen und Techniken, die sie in langen Jahren lernen nur selten mit anderen teilen. Irgendwie habe ich mir dann aber sein Vertrauen verdient und konnte eine Menge von ihm lernen.
Das lustige Spiel mit den Flaschentauchern ist eigentlich schon sehr alt. Es beruht auf dem Prinzip der veränderlichen Wasserverdrängung von Hohlkörpern, die mit Luft gefüllt sind. Wenn auf ein umgebendes, nicht komprimierbares Medium wie Wasser Druck ausgeübt wird und durch ein Loch im Glaskörper die darin enthaltene Luft zusammendrückt, wird der Glaskörper schwerer und fängt an zu sinken. Vermindert man den Druck auf die Flasche, steigt der Körper wieder. Das Geheimnis ist ein exakt austariertes Verhältnis zwischen Glaskörper und Luftraum. Dazu gehört viel Erfahrung und natürlich Fantasie bei der Gestaltung der Figuren. Die Entwicklung einer neuen Figur benötigt manchmal Jahre.
Das hört sich wirklich kompliziert an. Jedenfalls scheint es gut bei den Leuten anzukommen.
Ja, diese Apparaturen ziehen immer wieder die Aufmerksamkeit der Leute auf sich, nicht zu vergessen die Kinder. Ich verkaufe mittlerweile auch ganz gut über meinen Internetshop.
Den werden wir bestimmt auf der Interwiewseite verlinken. Sie sind inzwischen auch gern bei uns auf den Märkten im Norden zu Gast, nicht wahr?
Ja, z. B. im Museumsdorf Kiel-Molfsee oder jetzt demnächst wieder in Trittau auf dem Kunsthandwerkermarkt zum Erntedank. Wenn es Spaß macht, fahre ich überall hin mit meinem Wohnmobil. Dabei werde ich inzwischen auch häufig von meiner Tochter begleitet und unterstützt.
Ich habe ein Foto von Ihnen erhalten, das Sie mit afrikanischen Schulkindern zeigt. Wie haben Sie das denn fertiggebracht? Waren Sie den dort?
Kann man wohl sagen. Das war vor zwei Jahren. Durch den Kontakt zu einer Freundin von mir in Namibia bekam ich damals eine Einladung zu einem Kunsthandwerkermarkt in Gramstown in Südafrika. Die zehn Tage dort waren voller Eindrücke und Inspirationen für mich. Dabei sind auch neue Figuren wie zum Beispiel "Black Magic Woman" herausgekommen. Die Kinder auf dem Bild waren von einer ganzen Schulklasse, die meinen Stand umlagerte. Auch sonst war das Interesse der Menschen groß und ich habe gut verkauft. So war das ganze trotz der hohen Reisekosten ein schöner Erfolg.
Vielen Dank, Siggi Hauch, für das Gespräch und viel Glück mit Ihrem Handwerk für die Zukunft.
Ihre
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